Archiv der Kategorie ‘Gesundheit‘

made in PRC – hergestellt für Firma xyz

Freitag, den 23. Oktober 2009

PRC = Peoples Republic of China

Die Verbraucherverarsche mit dem Aufdruck “hergestellt für …” muss natürlich nix mit dem untenstehenden Link zu tun haben, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß. Konkret ziele ich auf die ganzen Non-Food-Billigprodukte der Discounter ab.

Noch mehr Bilder könnt ihr sehen, wenn ihr das Bild oder die URL anklickt. Vorsicht, euch könnte schlecht werden!

Quelle

http://www.chinahush.com/2009/10/21/amazing-pictures-pollution-in-china/

Aktuelles rund um fairen und biologischen Handel in Dresden

Montag, den 19. Oktober 2009

Wie ihr liebe Leser vielleicht mitbekommen habt, habe ich hier intensiv für das Umundu-Fair-Trade-Festival und den Tag der Regionen geworben. Die Zeit war mir hold gesonnen und ich konnte beiden Ereignissen einen Besuch abstatten. Ich möchte mal ganz grob meine Erfahrungen widergeben und mit anderen Beobachtungen kombinieren.

Lebensmittel

Es tut sich was. Immer mehr Bauern rund um Dresden schwenken auf eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion um. Irgendeins der guten Label pappt dann auf den Leckerheiten. Besonders kleine Betriebe scheinen den Umbruch gut zu schaffen. Ein Hauptakteur im Verkaufsbereich ist die Verbrauchergenossenschaft (VG) Dresden. Deren Läden (Jahnstr. + Schandauer Str.) haben ordentlich Umsatz und ein dritter Laden wird auf der Fritz-Reuter-Str. hinzukommen. Damit rücken dann die 50 000 Nordwestdresdner näher in den Fokus. Danken möchte ich der VG für den Tag der Regionen bzw. dessen Organisation.

Manchmal ist der Erfolg aber auch überwältigend. In der Biosphäre wird es langsam zum Glücksspiel Mahlitzscher Milch zu bekommen. Öfters mal ist dort die Milch alle. Als Ausweg bleibt da oft die Taubenheimer Milch, alles andere wird quer durchs Land gekarrt und heisst trotzdem öko.

In diesem Zusammenhang will ich mal ein Gerücht weiterverbreiten. Dennree, dieser Bio-Discounter, finanziert auch mal gerne Bioläden. Aber wenn man als Ladenbetreiber dann Dennree-Produkte durch regionale Produkte ersetzen will, wird Dennree böse und hört auf den Laden zu finanzieren. Also auch im Biobereich ist das Geschäft knallhart und hat nichts mit der sozialen Komponente von Nachhaltigkeit zu tun.

Interressant wird die Sache, wenn Lebensmittel mit anderen Dingen zusammengehören, wie der Schafskäse und die Wolldecken vom Milchschafhof Bärenstein. Wo bitte gibt es eine Naturwolldecke für 75 € sonst zu kaufen?

Auf den üblichen Märkten findet man hier und da die gute Ware.

Textilien

So langsam geht mir manche tragbare Klamotte aus. Von Textilien aus Kinderarbeit und so weiter hab ich Schnauze definitiv gestrichen voll. Gekauft wird nur noch dort, wo der Verkäufer bescheid weiß. Im Zweifel wird nicht gekauft. Und so habe ich gelernt, dass es mindestens 2 Ort in Dresden gibt, wo man faire Klamotten bekommt. Im aha-Weltladen an der Ringstraße und am Schillerplatz. Letzter hat von mir auch Umsatz erhalten. Ein Leinenhemd hatte es mir angetan. Ich muss nur noch verifizieren, ob das Hemd wirklich okay ist.

Einen fairen Einkaufsführer für Dresdner vermissen irgendwie alle Dresdner “Ökos”. Bei einem globalisierungskritischen Stadtrundgang in Dresden habe ich so einiges über Schuhe gelernt.

schuh

Nun ist mir auch klar, wie diese ganzen Innenstadtläden sich finanzieren. Der Lohn vom 100-€-Schuh beträgt gerade mal 0,4 % (40 Eurocent) und wäre mit 76 Eurocent fair. Das muss man sich mal überlegen, wir reichen Europäer sind einfach mal naiv und arrogant zu gleich und lassen via Kapitalismus auf der anderen Erdseite ausbeuten. So viel schämen kann man sich gar nicht. Der Stadtrundgang wird von Ehrenamtlichen getragen und braucht Unterstützung. Für Schulklassen ist er aber sicher interessant. Für Veränderer bringt er leider kaum Handlungshilfen.

An Online-Shops komme ich leider nicht wirklich ram. Ich will das Zeug “betatschen” bevor ich’s anziehe.

Wo kauft ihr liebe Dresdner eure fairen Klamotten?

Sonstiges

Unsere Regionalwährung der Elbtaler kommt voran. Im Moment müssen 5000 € gesammelt werden, damit die Scheine gedruckt werden können. Und es braucht Unterstützer. Da ich nicht vorhabe, weg zu ziehen, muss ich da wohl mal etwas Zeit reinstecken.

Naturbaustoffe gibt es übrigens auch. Sogar ein Haus mit Mondphasenholz. Ein Gespräch mit dem Herrn Rietz war höchst angenehm. Falls ihr jetzt fragt, wozu man Mondphasenholz braucht, nun wie wäre es damit?

holzhaus

Wenn ihr erratet wo es diese Häuser gibt, kennt ihr euch mächtig gut aus! Mondphasenholz verzieht sich laut Hörensagen kaum.

Wer von euch Lehmbaustoffe braucht, sollte mal bei lehmix.de vorbeisurfen. Deren Webseite war auf einem Schild im Wesenitztal verzeichnet. Tolle Sache, was ich dort gesehen habe. Nur muss man für solch einen Lebensstil was ordentliches gelernt haben und nicht nur mit Ideen Bits und Bytes durch die Kante schieben.

Fazit

Es tut sich was im Sachsenlande. Öko und Fair boomen, wobei es die kleinen Leute sind, die die Sache stemmen. Persöhnlich würde ich mir aktive Vernetzung (auch der Webseiten) untereinander der Nachhaltigkeitsförderer wünschen, aber wir alle haben viel um die Ohren in diesen stürmischen Zeiten.

Achja, für Anmerkungen und Fragen freue ich mich wie immer sehr.

Die URLs sammle ich bei Gelegenheit mal auf einer statischen Seite hier im Blog. Ich bin ja mal gespannt, was Google mit diesem Artikel so macht.

Nachtrag: In den Holzmedien findet man solche Infos gar nicht. Andere Lokalblogger beschäftigen sich zum Teil mit anderen wichtigen (190 Kommentare!!!) und unwichtigen (link fixed) Dingen.

Quelle: http://marcelschweder.wordpress.com/

Guter Impfstoff für Soldaten

Montag, den 12. Oktober 2009

Da sitzt man nichts Schlimmes ahnend am Frühstückstisch und dann erzählt der Radiomann in den Nachrichten, dass die Bundeswehr einen besseren Schweinegrippeimpfstoff bekommt. Ohne Zusatzstoffe und Quecksilberkonservierungsmittel.

Nun frage ich mich: Wenn die Schweinegrippe wirklich so schlimm wie behauptet ist, warum bekommen dann nicht alle Risikogruppen diesen guten Impfstoff? Falls wirklich Gefahr im Verzug wäre, dann ist es doch kein Problem in den Krankenhäusern Impfstellen einzurichten und nur dort diesen guten Impfstoff zu verabreichen. Krankenhäuser gibt es fast überall. Aufm Land kann man ja mit Impfmobilen rumfahren.

Dann impft eben nicht jeder Wald- und Wiesenarzt, sondern nur “Zentralstellen”, die immer frischen Impfstoff dahaben.

Und am Ende wären Menschen nicht gleicher als andere.

The End of the Neubacher Project

Mittwoch, den 8. Juli 2009

Wann habt ihr das letzte Mal das Gefühl gehabt, dass eure Mitmenschen nicht zu verstehen sind?

Nun scheinbar hat ein Österreicher genau aus diesem Grund heraus über seine Familie und sich gemacht. Der Film heisst «The End of the Neubacher Project». Ich will hier keine Bilder oder den Trailer zeigen, sondern einfach nur eine Empfehlung für diese Dokumentation aussprechen.

Anschauen kann man das ganz bei arte+7 noch bis diesen Sonntag. Lasst euch von der etwas laienhaft wirkenden Kamera zu Beginn nicht abschrecken, der Film entwickelt sich beständig weiter und schärft immer mehr den Blick für das Wesentliche: in meinen Augen ist das die Unehrlichkeit zu sich selbst und innerhalb der Familie.

China will Exportabnehmern CO2 in Rechnung stellen

Sonntag, den 14. Juni 2009

Ich habe mich schon gefragt, wie lange es dauern wird, bis die Chinesen anfangen werden, die dortigen Umweltsünden der Exporteure an die Abnehmer weiter zu geben.

Der Deal war ja der: China wurde zur Werkbank der Welt und produziert billig für den Rest der Welt. Die dabei entstehenden Umweltsünden sind ja lokal und haben mit den Produkten dann nix mehr zu tun. So fliesst graues Wasser und graue Energie von China im Container in alle Welt. Was stört uns Importeure schon der ein oder andere verseuchte Fluss in China?

Nun planen die Chinesen aber eine Maßnahme, die sie von 15-20 % ihrer CO2-Emissionen befreit. Sie wollen die CO2-Emmissionen einfach mit den Produkten an ihre Abnehmer weitergeben. Es entsteht sowas wie Verbrauchsgerechtigkeit: Wenn du Deutscher ein China-Elektronikgerät kaufst, dann sollst du bitte auch für die CO2-Emissionen der Geräteherstellung gerade stehen.

Das ist doch mal ein cooler Ansatz, oder? Schliesslich sind wir für unseren Konsum hier verantwortlich, auch wenn dieser anderswo Umweltschäden verursacht. Und wenn hier einer meint, CO2 sei harmlos, dann sucht er sich eben ein anderen Stoff. Es sollte echt verboten sein, Kosten der Produkte zu externalisieren. So heisst das in der Fachsprache. Jedes Produkt müsste die echten Kosten tragen, dann könnte der Verbraucher auch mal mündig kaufen gehen. Im Moment wird man ja nur verarscht.

Der deutsche Exportweltmeister könnte natürlich auch CO2 in Rechnung stellen, jedoch wird er im Vergleich den kürzeren ziehen, weil wir Mengentechnisch sicherlich viel weniger exportieren.

Nachtrag: Ruhestörung.net schreibt auch dazu.

Nachtrag 2: Industrieländer müssen mehr tun (oxfam).