Archiv der Kategorie ‘Zukunft‘

Epic-Dresden-Fail: Auf dem Feldweg zur Luxusbrücke

Mittwoch, den 17. Februar 2010

Sorry, ich kann mir die Benutzung des epic-fail-memes einfach nicht Verkneifen.

Heute morgen las ich in der Tageszeitung, dass Dresden kein Geld hat, um vorhandene Straßen zu sanieren. Es reicht gerade noch so, um alte Straßen zu flicken. Und wer selber von euch flickt, weiss, dass jeder Flicken irgendwann auch abnutzt und Flickwerk nicht ordentlich hält. Ich jedenfalls beneide keinen kaputten Stossdämpfer, der auf dem Weg zur Waldschlößchenbrücke “bricht”.

Gerhard Ritscher hat genau diesen Fall vorausgesagt. Und Udo Becker sprach diesen Fall glaub auch schon mal an.

Was mich wirklich traurig macht: Zukünftige Generationen werden von den jetzigen Autodikatoren in Generationenhaft genommen, weil sie deren Folgen wegräumen/verringern muss. Wenn die ADACDU im Rollstuhl sitzt, müssen deren Enkel mit ihren Steuern die Autobahnen finanzieren. Damit meine ich nicht die Bundesautobahnen, sondern schlicht überdimensionierte Verkehrsprojekte von heute und den letzten 20 Jahren, die im Osten Deutschlands reichlich entstanden sind.

Und für unsere Demokratiesachverständigen gibt es da gleich die passende Zeichnung dazu:

Quelle: web.de, Originalbild

Mauern einreissen

Samstag, den 7. November 2009

Im Video seht ihr Palästinänser ein Stück israelische Mauer einreissen.

Es ist eben ein menschliches Bedürfnis, Mauern einzureissen. Entweder um zu sehen, dass es geht, oder um zu schauen was dahinter liegt. Und wenn ganz viele Mauerteile zur selben Zeit eingerissen werden, sollte man eine Idee/Plan haben, sonst geht die Sache schlecht aus.

Im Übrigen finde ich es zum Kotzen, dass die Deutsche Bundesregierung den Goldstone-Bericht nicht akzeptieren wollte. Unsere Bundesregierung hat keinen Bock, dass mögliche Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg 2008/2009 untersucht werden. Sitzen dort eben noch Menschen? Verbrechen (egal von wem) gegen die Menschlichkeit gehören untersucht. Alles andere stinkt!

Interessant am Abstimmungsverhalten der Europäer ist deren Zerstrittenheit. Wie soll Europa in Zukunft auf (inner-)strukturelle Probleme eine Antwort finden, wenn es noch nicht mal so eine Kleinigkeit wie den Goldstone-Bericht ordentlich handhaben kann?

Ich hoffe mal, dass die Menschen im Nahen Osten irgendwann einfach mal miteinander leben können. Und sich gerade wegen ihrer Differenzen auch schätzen werden.

Gedankensplitter: Terroristenüberwachung

Sonntag, den 31. Mai 2009

Beim Lesen des Artikels “Immer im Visir” in der gedruckten Technology Review hatte ich eine grauenvolle Idee, wie wir Terroristen zu überwachen sind.

Aber zuerst den aktuellen Stand zur Idee:

  • Wir haben RFID.
  • Wir haben Mobiltelefone, auch mit Near-Field-Funk (ähnlich RFID).
  • Wir haben Smartphones mit dicken Datenübertragungskanälen.
  • Wir haben GPS in Mobilgeräten.
  • Es gibt software defined radio.
  • Manche wollen die Bevölkerung überwachen.

Was liegt also näher, den Leuten ein RFID-Tag irgendwo unterzujubeln (z.B. in die Schuhsole, auf die Bierflasche) und überall RFID-Reader zu vergraben verstecken? Damit liesse sich die Bevölkerung doch ganz potent verfolgen und überwachen. Das wäre jedoch teuer und aufwändig. Warum lässt man das nicht gleich die zu Überwachenden selber machen?

Jetzt kommt aber die eigentliche Idee :idea:

:idea: Wir bauen RFID-Reader einfach unbemerkt in die Mobil- und Smartphones ein. :idea: Und dann rufen einfach alle Geräte in regelmäßigen Abständen alle umliegenden RFIDs ab und übermitteln diese Info über einen dunklen Kanal zu den “Bösen” (z.B. Staat, Geheimdienst, you name it).

Damit erreichen wir:

  • Es muss kein RFID-Leser mehr aufgebaut werden. Die Leute tragen ihn überall mit sich herum.
  • Es gibt mit der nächsten Mobiltelefon-Generation überall RFID-Leser, manche sogar mit GPS.

Damit das mal klar wird: Sobald man ein einziges RFID-Tag (unbewusst) mit sich rumträgt und von anderen Menschen umgeben ist, wird man potentiell ortbar. :shock:

Was hilft dagegen:

  • Selber garantiert kein RFID-Tag mit sich herumtragen. Achtung: “Gechippte” Hunde/Haustiere tragen einen. Und irgendwann kommt sicher die Pflicht seine Haustiere zu “chippen”. Kann man RFID in Zahnkronen einbauen?
  • Anderen Menschen nur begegnen, wenn deren Akku aus ihrem Mobiltelefon herausgenommen ist.
  • Ein fetter EMP, der aber auch alles andere zerlegt.

So…nun aber genug Paranoia geschoben, und das zum Sonntag morgen. :roll:

Zum Abschluss noch ein konstruiertes Beispiel:

Es läuft ein Typ mit seinem iPhone 5.0 (hat RFID-Reader eingebaut) durch die Fussgängerzone. Da sitzen ein paar Penner mit ihren Hunden. Zwei Minuten später rückt das Ordnungsamt an, und vertreibt die Penner, weil die dort “stören”. Das Ordnungsamt wurde automatisch über folgende Infokette auf die Penner aufmerksam: RFID im Penner-Hund -> iPhone 5.0 -> Upload ins Datennetz -> ortsbezogene Personenfilterung der Polizei/Kommune -> Kurzmitteilung aufs Gerät des nächsten Ordnungsamtsmitarbeiters. Und das alles ohne Kameras, die man als Mensch in der Regel noch sieht.

Sachsen 2020 – Das Strukturpapier

Mittwoch, den 29. April 2009

Soeben tickerte mir folgender Link in den Feedreader:

http://www.steffen-flath.de/2009-04/fraktionsvorsitzender-flath-tillichs-visionen-kommen-zur-rechten-zeit/

und ich habe mich mächtig ERSCHROCKEN. Die CDU wird GRÜN. Hier guckt!

sn_2020_01

Der Link auf Flaths Weltnetzseite weist auf die Seite vom Tillich: http://www.stanislaw-tillich.de/

Dessen Webseite ist genauso grün:

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Dort ist das neue “Strategische Grundsatzpapier – Sachsen 2020″ jedoch nicht verlinkt. :-( Aber Google hilft und über die AD HOC NEWS findet man dann die richte Webseite:

http://www.zukunft.sachsen.de/

Und dort findet man das 45-seitge Papier (190 kB, PDF).

Das coole daran ist: Wir Bürger sollen uns beteiligen und Kommentare zum Papier abgeben und damit eine Debatte auslösen.

Das blöde ist nur: Wo soll die Debatte stattfinden? Per E-mail? Irgendwie scheint keine echte Debatte gewollt zu sein. Für sowas bräuchte man eine Kommentarfunktion auf zukunft.sachsen.de.

Ich habe jedenfalls gleich mal das Kontaktformular ausgefüllt und um Klarstellung gebeten, wie denn die Debatte funktionieren soll. Gerade der Punkt CO2-Abscheidung verdient meiner Meinung nach eine sehr ausführliche Diskussion. Ich für meinen Teil würde die CO2-Abscheidung komplett streichen, weil dafür 10% der Energie sinnlos verballert werden. Dann wäre ich lieber für eine deutliche Reduzierung der Braunkohle-Energiegewinnung, wegen mir um 10 %. Wie auch immer, ich bin gespannt wie die Landesregierung sich die Debatte vorgestellt hat.

Wenn ich mir die beiden Webseiten von Flath und Tillich so angucke, dann vermute ich mal, dass denen der Arsch vor den ganzen Wahlen echt auf Grundeis geht. Es gibt doch Gründe, dass sie jetzt die Grüne Farbe auf ihre Weltnetzseiten kleistern. Man hat ja direkt Angst, CDU und die Grünen zu verwechseln.

sn_2020_03

Wichtig finde ich den Hinweis der Grünen, dass das Strategiepapier NICHT von der Staatsregierung kommt, sondern aus der Staatskanzlei. Das ist ein Ministerium, welches unter der Führung von Staatsminister und CDU-Mitglied  Beermann steht. Warum steht in dessen Biographie eigentlich nicht seine Parteizugehörigkeit? Seltsam. Aber dafür beweist eine andere Webseite, dass Beermann CDU-Mitglied ist. Würde das Papier aus der Staatsregierung kommen, könnte man sie 2015 wieder daran erinnern. So kann eine neue Regierung nach den Wahlen einfach alles neu machen. Ich bin mal gespannt, ob die Medien das Papier ordentlich verorten.

Was treibt den Zeitgeist?

Mittwoch, den 15. April 2009

Gestern abend auf dem Fahrrad kam mir diese Frage in den Sinn. Mehrere Minuten später hatte ich für mich zwei Kandidaten ausgemacht:

  • wirtschaftliche Zeiträume, wie z.B. Quartale oder Produktzyklen
  • die Medien.

Warum ich auf die Frage gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Aber wahrscheinlich habe ich mich mal wieder mit der schlechten Qualität meiner Mittag-essens-quelle beschäftigt. Dort gibt es fast nur Fleischgerichte, oder Süßes. Fleischlos ist dort nur über Umwege möglich. Und was machen die Leute? Sie fressen wie die Tiere. Sorry, da wird gedankenverloren reingeschaufelt und gut ist.

Oder ich habe über die Symbolik des Abrüstungs-Oster-Feuers bei der Bundeswehr in Dresden nachgedacht und wie mir die Medien dieses Ereignis vermittelt haben.

Womöglich habe ich auch über den Müll im Dresdner Alaunpark nachgedacht und warum der moderne junge Mensch von heute seinen Müll einfach nicht mehr mit nach Hause nimmt.

Vorhin tauchte dann noch dieser Blogbeitrag von Thomas Strobl (weissgarnix) auf:

Too much information und statistische Normaldepression

Und was lese ich darin?

„Hinter den vieldiskutierten Eigenarten moderner Zeitstrukturen, wie Dominanz des Vergangenheit/Zukunft-Schemas, Uniformisierung der Weltzeit, Beschleunigung, Ausdehnung der Gleichzeitigkeit auf Ungleichzeitiges stehen also vermutlich neben der Geldwirtschaft die Massenmedien”, schreibt Luhmann.

Da sind sie wieder, meine zwei obigen Punkte. Ich will mir jetzt nicht auf die Schulter klopfen, aber das ist schon seltsam. Gestern habe ich laienhaft über das Thema nachgedacht und heute steht es in der Blogosphäre. Das ist bestimmt kein Zufall, sondern bedeutsame Koinzidenz.

Wie dem auch seih, habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, wer unter anderem eure Werte bestimmt? Sind es:

  • Gespräche mit Familie und Freunde,
  • Zeitungen und Bücher
  • Fernsehen
  • Blogs
  • ..

Auf alle Fälle haben eure inneren Werte ja Einfluss auf euer (wirtschaftliches) Verhalten und damit beeinflusst ihr das Weltklima mehr oder weniger stark und/oder regionale Wirtschaftskreisläufe.

So und nun setze ich mich wieder aufs Fahrrad. ;-)

PS: Hat von meinem Lesern vielleicht irgendwer irgendeine Meinung zu Niklas Luhmann?