Archiv des Tags ‘Konsum’

Eilmeldung: Umundu – Fair Trade Festival in Dresden

Mittwoch, den 23. September 2009

Die Kollegen aus der Neustadt schreiben:

Seit [vor-]gestern findet in der Neustadt das „1. Umundu Fair Trade Festival Dresden“ statt.
Mit Vorträgen, Filmen, Stadtführungen und vielfältigen Kulturangeboten soll die Rolle des alltäglichen Einkaufs und seine globale Auswirkung der Öffentlichkeit näher gebracht werden.

Bitte unbedingt weitersagen und/oder hingehen. Da lernt ihr was über die Auswirkungen eurer Konsumentscheidungen.

Umundu schreibt:

Das Umundu-Festival in Dresden möchte das Thema  nachhaltiger Konsum auf kreative Art und Weise in den Alltag der Dresdner holen. In einer bunten Mischung aus Kultur- und Informationsprogramm wird die Rolle des alltäglichen Einkaufs und seine globale Auswirkung der Öffentlichkeit näher gebracht.

http://www.umundu.de/

Das Programm ist beachtlich, interessant ist bestimmt der Stadtrundgang am Samstag.

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Anmerkung aus Sicht eines Bloggers: Umundu hat die Dresdner Blogger nicht angesprochen, darüber mal zu berichten. Ich finde das schade, schliesslich stand darüber auch noch nix in den Zeitungen (oder?). Alternative Mitteilungswege zu benutzen ist doch heutzutage essentiell. Ich bau da gleich mal ein neues Widget ein.

Weltkonsumerbe Dresden

Montag, den 14. September 2009

Da sich Dresden nun demnächst nicht den Welterbetitel bewerben wird, hat  am Wochenende jemand die fixe Idee gehabt, Dresden solle sich als Weltkonsumerbe bewerben.

Das passt zum derzeitigen Trend, denn am Wochenende wurde der Elbepark teilerweitert und demnächst steht die Eröffnung der Zentrumsgalerie an, zu der ich mir schnell mal meine eigenen Gedanken gemacht habe.

3-modifziert

Klicken vergrößert

Das Bild als GIMP-File für Eigenkreationen: 3-modifziert.xcf

Nachtrag: Bevor es wieder eine Abmahnung hagelt, möchte ich noch einen Nachtrag hinzufügen. Ich behaupte nicht, dass meine Anmerkungen auf dem Bild so Realität sind. Sie könnten es nur sein. Das ist keine Unterstellung, ich erinnere nur an die Möglichkeit. Wie real diese ist, muss jeder selbst entscheiden.

Ist Verzicht das Gebot der Stunde?

Dienstag, den 7. April 2009

Meine Leser haben den ein oder anderen Unterton in den letzten Wochen sicher schon wahrgenommen. Heute stelle ich die Frage direkt, unter anderem weil ich zwei Verweise in die klassischen Medien habe.

In beiden Artikeln wird mehr oder weniger deutlich, dass Verzicht von überflüssigen oder fragwürdigen Produkten durchaus angebracht wird. Die taz schreibt sogar:

Jetzt ist nicht nur das Vertrauen in die Banken geschwunden, sondern auch das Vertrauen in den Markt als Maschine, der man beruhigt die Moralproduktion überlassen kann. Es ist also an der Zeit, diese wieder selbst zu übernehmen, sie zu internalisieren, sie in den Einzelnen zu verlegen.

Dieses Zitat ist durchaus bemerkenswert. Wenden wir es mal auf die Textilbranche an. Seit dem ich über die schlechten Bedingungen in der Textilbranche (miese Bezahlung von Baumwolle, Bollgard und Kinderarbeit) weiß, gehe ich noch weniger gern Klamotten kaufen. Denkbar wäre sogar, dass ein Skandal, der nur  einen einzelnen großen Verkäufer/Händler/Hersteller betrifft, die ganze Branche in Misskredit bringt. Als aufmerksamer und bisher vertrauensseliger Mensch stehe ich nun wieder im Laden und frage:

  • Wurde die Baumwolle fair bezahlt?
  • Haben Kinder mitgearbeitet?
  • Kann ich diese Textilie mit ruhigen Gewissen kaufen?

In der Regel sind die FachverkäuferInnen damit dann völlig überfordert. “Früher” hat niemand solch globalen Fragen nach Moral und Ethik gestellt (Vertrauen in den Markt). Und heute schaffen es die wenigsten Firmen sich dieser Herausforderung zu stellen.

Betrachten wir die Sache mal längerfristig. Tausch, Handel und Märkte waren schon immer eine Vertrauenssache und erleichterten das Überleben. Irgendwann war so viel Überfluss vorhanden, dass das Angebot größer als notwendig war. Und dann werden wohl die ersten Unternehmer ausgeschert sein (oder eher?) und haben das Angebot mit “bösen” Produkten bereichert, um sich selbst mit größeren Marktanteilen zu bereichern. Diese Prozesse werden sich wahrscheinlich immer wieder abgespielt haben und finden heute ihren Höhepunkt. Keiner mag sich mehr auf den anderen verlassen, Geld(-ersparnisse) werden wichtiger als alles andere. Geschäftsmoral ist eigentlich fast keine mehr vorhanden.

Wie reagiert man in diesen Situationen?

Setzt man voraus, dass das Geld-ausgeben eine Wirkung hat, dann gibt man sein Geld eben dort aus, wo man keinen Schaden anrichtet. Das wäre dann eine Konsummelange die folgende Attribute hat:

  • vorwiegend lokal
  • “bio”
  • fair
  • verzichtsorientiert

Versteht mich nicht falsch, es soll keiner nakt herumlaufen oder hungern. Sondern es geht eben darum funktional langlebige Produkte zu kaufen, damit die Naturressourcen für sich selbst da sein können und nicht nur für den Menschen. Aufs Essen bezogen hieße das: viel weniger Fleisch futtern, viel mehr vegetarisch essen. Im Bezug auf den Schweizer Schoggihasen hiese das: Finger weg, Möhre knabbern. Das sorgt im Endeffekt dafür, dass im Kakaoursprungsland weniger Kakao gekauft wird und es den Leuten dort wahrscheinlich noch schlechter geht. Möchte man diesen Effekt begrenzen, so verzichtet man eben nicht ganz auf die Schokolade, sondern kauft eben fair-trade.

Alternativ kann man versuchen, sich von Liebe und Luft zu ernähren.

Schlägt dies fehl, kann man es auch den indischen Askesemeistern gleichtun, die sich von einem Minimum ernähren und den ganzen Tag im Schneidersitz vor sich hinmeditieren. (Vorsicht: Klischee!)

Welchen Nutzen hat mein verändertes Verhalten?

Zusammenfassend würde ich es so formulieren: Gibt man weniger Geld für viel schlechte Qualität aus, bleibt mehr Geld für weniger gute Qualität übrig. Damit wird auch das Spannungsfeld deutlich, in denen sich Konsum-Plattformen wie Utopia.de oder bringmirbio.de bewegen. Vielleicht reicht es auch aus, weniger zu arbeiten, damit:

  • man wieder selber mehr wesentliche(?) Dinge erledigen kann,
  • anderen Raum zum Arbeiten gibt,
  • zu sich selbst und damit
  • zu einer gesunden Gesamtheit finden kann.

Abschliessend kann ich euch noch eine kleine Andeutung zum Thema “Geschäftsmoral” bieten. Ich schreibe ja nicht alle Dinge meines Privatlebens hier sofort ins Blog. Aber letztens gab es warf ein sehr freudiges Ereignis seinen Schatten voraus, was durch sehr seltsame Ansichten von Dritten gegenüber Geld zunichte gemacht wird. Reto dürft jetzt vielleicht schon wissen was ich meine. Wenn dieses kleine Kapitel abgeschlosssen ist, dann habe ich eine richtig schöne Geschichte.

Anne Will will den Planeten konsumieren

Freitag, den 20. März 2009

Von wem wird die Frau bezahlt, so einen Quark von sich zu geben?

Und solange es noch geht, begreife ich shoppen nicht mehr simpel als einkaufen, sondern verkläre es als meine oberste Bürgerpflicht zum Konsum.

Damit wäre alles klar. Die Krise aufkaufen, den Planeten nebenbei zu Grunde richten und dann? Soll sie mal machen…

Moment:…Konsumconsumare…auch ver-/ aufbrauchen, abnutzen. Hab ich beim Gucken der Videos der KarmaKonsum-Konferenz vom letzten Jahr gelernt.

Nachtrag:

Theo Waigel:

Vier Hektar landwirtschaftliche Grundstücke verleihen mir eine gewisse Nahrungsmittelautarkie. Holz aus meinem Anteil am Gemeindewald schützt mich vor Kälte.

Der Mann kennt sich also bestens aus.