Toleranz

ist wichtig.

Auf Dresden bezogen: Die Brückengegner tolerieren den Wunsch nach einer autogerechten Elbquerung mittels Tunnel, die Brückenbefürworter tolerieren den Wunsch nach einem Tunnel nicht.

Übrigens: An der Albertbrücke steht ein Stein mit der Inschrift: Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenken (sich zu äußern). Als Radfahrer kann man den Spruch lesen, als Autofahrer kaum.

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Konferenz: Stadtraum Dresden. Gemeinwesen und öffentlicher Raum nach 1945

Am Samstag findet eine interessante Konferenz im Stadtmuseum statt. Ich schleppe an diesem Tag leider Möbel und kann dort nicht zugange sein. Trotzdem will ich hier nochmal die Ankündigung bringen. Hingehen lohnt sich!

Das Programm findet sich auf den Webseiten der Stadt Dresden.

Die Konferenz hat den Titel: Stadtraum Dresden. Gemeinwesen und öffentlicher Raum nach 1945

Inhalt wird sein:

Die Konferenz schließt an die im Jahr des Dresdner Stadtjubiläums 2006 ausgerichtete Tagung an, die den „Stadtraum Dresden“ zwischen Früher Neuzeit und Mitte des 20. Jahrhunderts zum Gegenstand hatte. Mit der Fortsetzung des damals begonnenen Diskurses zur Entwicklung seit 1945 wird nun eine Epoche in den Blick genommen, die in der Öffentlichkeit sehr unterschiedlich interpretiert wird, wobei die Desiderata der Forschung unübersehbar sind.

Auf der Konferenz werden neuere Forschngsergebnisse zusammengeführt, differierende Sichtweisen akzentuiert und Mythenbildungen hinterfragt. Die interdisziplinäre Behandlung des Themas durch Historiker, Architekturhistoriker und Soziologen weitet den Blick über die engere Planungs- und Baugeschichte des städtischen Raumes hinaus auf die Stadt als Handlungsraum der Bürger.

Informationen und Anmeldung

Stadtmuseum Dresden
Wilsdruffer Straße 2, D-01067 Dresden
Telefon: +49-351-6 56 48 60
Telefax: +49-351-4 95 12 88
E-Mail: presse@stmd.de

Dokumentation der Veranstaltung

Da dort sicherlich interessantes Zeugs besprochen wird, habe ich mal nachgefragt, wie die Veranstaltung dokumentiert wird.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an unserer Veranstaltung und Ihr Angebot, welches wir jedoch nicht annehmen möchten. Von der Konferenz wird es von unserer Seite eine Tonaufzeichnung als Erleichterung für die Erstellung der Druckfassungen der Beiträge geben. Sie ersehen daraus, dass
eine Publikation geplant ist. Ausdrücklich hinweisen muss ich Sie darauf, dass ein Privatmitschnitt (Ton oder Video) oder gar die eigenständige Veröffentlichung eines auf diese Weise gedrehten Mitschnitts nicht gestattet ist. Die Art der Veröffentlichung muss bei wissenschaftlichen Veranstaltungen mit Arbeitscharakter den Veranstaltern vorbehalten bleiben. Und sie sollte in einem solchen Falle nur der Dokumentation und der leichteren Erstellung der Druckfassungen (die dann allein gültig sind)
dienen – schon deshalb, weil im anderen Falle die Qualität der Diskussion erheblich leidet. Der Veranstalter hat ohnehin das Recht, zu entscheiden, in welchem Umfeld und auf welche Art seine Veranstaltung der Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben wird.

Schade eigentlich. Womöglich könnte man wunderbare Podcasts aus dem Audiomaterial machen oder das Material für eine Sendung auf Coloradio verwenden. Ich hake da nochmal nach. Ich denke da nämlich auch an Leute, die vielleicht keine Zeit haben, das Konferenzmaterial zu lesen, aber jeden Tag 1-2 Stunden im Auto zur Arbeit fahren. Warum sollten die die Veranstaltung nicht als Podcast hören? Und das mit dem wissenschaftlichen Anspruch kann ich schon verstehen. Doch sollte nicht alles im Elfenbeinturm der Wissenschaftler bleiben. Vielleicht würde ein Podcast auch eine ganz andere Zielgruppe (nicht nur die Bildungselite?) erschliessen? Und je mehr Leute über ihre Stadt und ihre Entwicklung bescheid wissen, umso mehr Gestaltungspotential entwickeln die Bürger.

Interessant ist eine zeitnahe Dokumentation auch im Sinne der Dynamik. Die Veranstaltung könnte einen gewisses Moment erzeugen. Dieses Moment kann man weiterentwickeln oder abwürgen. Und im Moment könnten wir in Dresden mehr (Dreh-)Moment für eine bewusste Stadtentwicklung gebrauchen. Der Postplatz und die Waldschlößchenbrücke sind da nur zwei Negativbeispiele.

Frage an die Leserschaft: Gibt es solche Konferenzen bei euch auch? Oder sind wir Dresdner da ein bissel prädestiniert?

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Peak Oil wird wohl schon gewesen sein

Soeben gehört: Im asiatischen Handel kostet das Barrel Öl 135 US-$.

Ich würde mal spontan behaupten: Peak Oil war schon. Ab nun wird das schwarze Gold massiv teuerer. Und damit alle Produkte die damit zusammenhängen. Selbst die Russen liefern weniger nach Schwedt in die dortige Raffinerie.

Scheinbar bekommen wir nun die Strafe, die wir verdienen. Mit Nachhaltigkeit wäre das nicht passiert.

Ach ja: In China gibt es gerade kaum Diesel. Dafür aber kleine Elektromopeds.

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Ecofreak freut sich – Update 2

Warum?

Darum!


Nachtrag: Zum ersten gepostet am 12.3.2008

Update 1: 24.4.2008. Die Ölpreise donnern weiter schön nach oben. Fancy. Ich will die Entwicklung hübsch weiter in der Wahrnehmung meiner Leser halten. 😉

Update 2: 21.5.2008. Weil ich gerade das hier bei Spiegel Online gelesen hatte.

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Radio mit Rückkopplung

Du sitzt am Frühstückstisch, in der Strassenbahn oder gar im Auto und die Radiostation deines Anspruches bringt einen guten Beitrag. Du denkst dir: Der Beitrag war gut, über den kann man mal nachdenken, bloggen oder auch diskutieren. Aber dazu müsste man den Beitrag noch mal in Ruhe anhören können.

Kein Problem, heute gibt es ja diverse Mediatheken. Denkste. Selbst einzeln vorproduzierte Inhalte landen noch lange nicht automatisch in der Mediathek. Zumindest nicht beim MDR. Der SWR scheint da weiter. Klar ist, Inhalte aus dem Rundfunk in ein Abrufarchiv (on demand pool) zu transferieren kostet Kraft, Arbeitskraft und somit Geld. Außerdem weiß man als Sender nicht, was den Hörern wichtig ist. Man sendet ja in die Breite.

Und wenn am Ende in einer Livesendung noch wirklich gutes Radio gemacht wird, dann wäre es schade, wenn hervorragende Beiträge dazu verdammt sind, im Senderarchiv zu vergammeln. Deshalb habe ich in einem konkreten Fall an MDR Figaro folgende Mail geschrieben:

Guten Morgen!

Ich habe soeben (20.5.08 ~ 8.20 Uhr) das hervorragende Interview mit dem Verkehrsplaner der TU-Dresden gehört.

Gibt es eine Möglichkeit, dieses Interview nochmal zu hören? Ich war war leider mit dem Auto unterwegs und musste mich auf den Verkehr konzentrieren.

Sie haben doch eine hervorragende Mediathek. Dort müssten sie nur die „Programmschnipsel“ einbringen, die vielleicht hörenswert wären. Jetzt steht das Problem: Wer soll diese Arbeit machen oder bezahlen?

Wenn sie es nicht leisten können oder wollen, lassen sie es ihre Hörer machen! Lassen sie doch die Willigen partizipieren.

Die Werkzeuge stehen dafür zur Verfügung. Da kann ich ihnen gerne Beispiele nennen.

Falls sie Fragen zu meiner Mail haben, dann rufen sie mich einfach zurück.

Stephan Janosch

Diese E-Mail sorgte für zwei Reaktionen, zum einen erhielt ich den Beitrag als mp3-Datei und ein Redakteur rief mich gestern zurück. Im Gespräch stellte sich dann heraus, dass auch der MDR die Herausforderung verstanden hat und die Möglichkeiten der Zeit nutzen will. Wie ich mir das vorstelle, solle ich hier doch mal aufschreiben.

Der Rückkanal

Klassisches Radio hat keinen Rückkanal. Der Sender sendet und gut ist. Vielleicht gibt es eine Telefonnummer, wo man anrufen kann, vielleicht gibt es auch nur eine Postadresse. Ich erinnere mich noch mit Grausen an Mitschnittdienste, wo eine Sendung 25 oder 40 Mark kostete. Jetzt mit dem Internet gibt es auch noch E-Mail oder gar Chat. Doch wird da immer ein Partner auf der anderen Kommunikationsseite benötigt. Das kostet. Und genau dafür sollte möglichst wenig Geld ausgegeben werden. Die Sender sollen ja die Gebühren oder Einnahmen nicht verschleudern. Daher will ich zwei Vorschläge präsentieren, wie man die Hörer beteiligen könnte.

1. Die Wunschnummer

Es gibt eine Telefonnummer. Dort kann man anrufen, wenn man als Hörer denkt: „Mensch das ist gut, das lohnt sich für die Mediathek.“ Jedoch sitzt dort keine Person, sondern nur ein Computer, der die Anrufe annimmt, die Anrufzeit und die Anrufnummer notiert. Würden das 100 Leute machen, dann wüsste die Redaktion: Oha, 100 Leute haben in der Sendezeit von Beitrag xyz mittel Anruf Relevanz bekundet.

Der Sinn ist folgender: Mit einem Anruf wünscht man sich die Sendung oder den Ausschnitt in die Mediathek des Senders. Das Prinzip ist simpel und benötigt nicht einmal Internet. Vom Prinzip ist es dasselbe wie bei digg.com. Jedoch muss sich dann ein Redakteur oder Medienarbeiter hinsetzen und den Beitrag schneiden und in die Mediathek einpflegen. Für den Hörer ist der Aufwand minimal. Ein Anruf (auch vom Mobiltelefon) genügt.

2. Die Komplettlösung im Internet

Stellt euch vor, ihr könntet nachträglich Zeitmarken im gesendeten Material setzen und somit selber Ausschnitte aus dem Sendematerial extrahieren und zur Übernahme in die Mediathek vorbereiten. Wie soll das gehen? Ganz einfach:

Der Hörer meldet sich auf der Webseite der Radiostation an, wählt die Sendung aus, in der das Highlight gesendet wurde und klickt auf „Ausschnitt herausschneiden“. Dann öffnet sich ein Werkzeug, ähnlich dem Slide-cast-editor von slideshare.net:

slide cast editor
zum Vergrößern anklicken

Der Hörer sieht die Tonkurve und markiert mittels Zeitmarken genau den Teil der Sendung, der wichtig ist. Dann hört man Probe und verschlagwortet den Ausschnitt. Vielleicht sortiert der Hörer den Ausschnitt schon mal in die Struktur der Mediathek ein. Anschliessend klickt der Hörer auf „fertig“ und der Ausschnitt landet als Vorschlag beim zuständigen Redakteur auf dem Computerarbeitsplatz.

Dieser müsste vielleicht noch ein paar Metadaten ergänzen, die nicht automatisch verfügbar sind. Zeitangaben, Musik- und Sendungsinformation und so Kram sind ja eh schon im Computer drin. Fehlt vielleicht noch die Angabe des Interviewpartners oder ähnliches. Wenn der Redakteur Zweifel hat, kann er die Zeitmarken auch noch versetzen. Ein Klick vom Redakteur und der Ausschnitt steht in der Mediathek und als Podcast bereit. Wichtig: Der Podcast sollte auch eine Trackback-Adresse haben. Damit kann die Verwendung des Ausschnittes auch dem Urheber zurückgemeldet werden.

Somit könnte sich der Sender den Großteil der nervigen Handarbeit sparen.

Fazit

Der Vorteil der zweiten Lösung liegt in der Effizienz aus Sicht des Senders. Der Hörer will den Ausschnitt haben, also wird er auch etwas dafür tun wollen. Geld wird er im Internetzeitalter und als Gebührenzahler keines extra geben, aber vielleicht wenige Minuten Zeit. Jeder Mausklick und jede Tastatureingabe die dem Redakteur abgenommen werden kann, löst Probleme auf beiden Seiten. Der Sender macht guten Journalismus und der Hörer unterstützt ihn bei der Verbreitung.

Methode 1 und 2 kann man auch verknüpfen. Wenn im Sender keiner Zeit hat, die Handarbeit zu machen, vielleicht gibt es jemanden da draussen, der gerade 5 Minuten Zeit hat? Wikipedia gibt es ja auch. Im Optimalfall kann die Arbeitszeit auf Senderseite minimiert werden.

Da fällt mir ein, genauso könnte man Archivschätze heben. Was hilft es, wenn das Material tot rumliegt? Und da früher oder später alte Aufnahmen eh wegen dem Materialzerfall digitalisiert werden müssen, kann man dieses Material gleich mit anbieten. Und wenn dann die ein oder andere Perle zu einer Diskussion unter den Menschen führt, dann hat der Ausschnitt seinen Zweck hervorragend erfüllt.

Und wenn wir schon beim Mitmach-Web sind, der ganze Community-Krams kann ja auch rund ums Radio funktionieren.

Ein Wunsch als letztes: Wenn ihr schon Inhalte zugänglich macht, dann macht die auch einbettbar. Und lasst die proprietären Codecs und Formate weg. Die Leute sind plattformübergreifend da draussen unterwegs.

Kurzer Nachtrag: Der Artikel bezieht sich mehr auf den MDR. Weil es eben mein Regionalradio ist. D-Radio und D-Radio-Kultur stellen da schon mehr im Netz zur Verfügung. Die beiden sind ja auch größer.

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