Blogparade: 7 Fragen zu Konsum und Umwelt

Das Konsumblog fragt, die Blogger Horst, Reto, Manuel und Michael antworten.

So auch ich.

7 Fragen zu Konsum und Umwelt

1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?

Ich meide bewusst folgende Produkte,

  • die es laut Saisonkalender nicht geben dürfte. Zum Beispiel Erdbeeren im Winter. Warum? Ich will mich auf die ersten Erdbeeren aus der Region freuen. Die schmecken besser und falls ich welche kaufe, tue ich den lokalen Akteuren Gutes.
  • die unnötig Verpackt sind. Ich kaufe keine Eier in einer Eierpackung. Ich kaufe sie lose und transportiere sie in meiner mitgebrachten Verpackung.
  • deren Qualität und Herkunft zweifelhaft sind. Tomaten aus Spanien sind einfach mal schlecht. Die schmecken mieß und die Arbeiter dort leben wie Tiere. Sowas will ich nicht noch durch Nachfrage fördern.
  • die Einwegverpackungen haben. Auch wenn der Joghurt in der Glasflasche daher kommt, ziehe ich ihn jeder Plastikverpackung vor. Erhöhter Energieaufwand bei Transport von Glas spielt keine Rolle, weil dieser früher oder später regenerativ gedeckt wird. Auch Kleinlaster können elektrisch fahren. Außerdem traue ich Entsorgern nicht über den Weg. Verklapper Müll in deutschen Gruben, polnischen Wäldern und Plastikinseln auf Ozeanen belegen das.

2. Hat es in den letzten 3 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?

Ja, mein Blog. Darüber habe ich von weiteren Nachhaltigkeitsfans, Permakulturlern und anderen Leuten Kentniss gewonnen. Kurz, meine Wahrnehmung hat sich verändert. Besonders die Möglichkeiten ein Schwätzchen im Eckladen zu halten, hat auch dazu beigetragen. Selbst in der teilweise schlecht funktionierenden Presse, liest man ja heutzutage Schauermärchen über Lebensmittelengpässe. Das Buch mit dem Titel „Unsere Nahrung – Unser Schicksal“ von Bruker hat wohl aber den Wechsel des Verhaltens ausgelöst. Alles weitere wurde zum Selbstläufer. „Fast nakt“ von Leo Hickman ist übrigens auch zu empfehlen. Sein neues Buch über Reisen eher nicht so, falls man schon in der Materie steckt.

3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?

Empört werde ich ständig und überall. Beeindruckt hat mich das Buchgeschenk von Horst (Danke dafür, ich habs immer noch nicht geschafft dir dafür zu danken). Ebenso faszinierend finde ich den Permakulturansatz, der auf jedem Quadratmeter die Wunder der Natur zur Geltung kommen lässt. Ganz konkret empört mich der Umgang mit den Ehrfahrungen der älteren Generation. Besonders die heutigen Rentner in Ostdeutschland wissen so enorm viel über Sparsamkeit und Effizienz, dass diese eigentlich gefragt werden müssen. Das ProjectBetterPlace beeindruckt mich momentan. Falls es überlebt, fahren wir fast alle in 10 Jahren mit echtem grünen Strom. „Echte“ Bananen, Papayas und Lebensfreude auf Cuba und portugisische Wochenmärkte sind meine Konsumerlebnisse schlechthin gewesen. Südtiroler Vinschgauer, Speck und Wein sind aber auch nicht zu verachten. ;-).

4. Welche konkreten Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?

Die kann ich gar nicht alle Aufzählen. Angefangen vom gesetzesschreibenden BASF-Lobbyisten im Ministerium bis zur Oma Emma, die vom Angebot bei Edeka eingelullt wird und so ihren Eckladen verliert, gibt es noch viele beunruhigende Dinge. Im Kern ist es aber die Gehirnwäsche durch Werbung, die schlechte Bildung über Ernährung und das Versagen von Verbraucherschutzpolitik. Gerade letztere hätte das Zeug dazu, den Bürger durch aussagekräftige und verständliche Produktkennzeichnung entscheidungsfähig zu machen. Das macht sie aber nicht. Der freiwillige Verzicht von Lebensqualität durch die Bürger ist ebenso nicht nachvollziehbar. Ach ja, Umweltpolitik sollte vor Wirtschaftspolitik stehen. Diesen Luxus sollten wir uns wegen unseres Reichtums wegen gönnen.

5. Was hat sich in den letzten 3 Jahren im Sinne der Nachhaltigkeit zum Besseren gewendet?

Global oder lokal? Am global zu leistenden Aufwand, hat sich so gut wie nichts zum Besseren gewendet. Ich selber hingegen erzeuge viel weniger Müll, verbrauche weniger Energie und kaufe viel regionale Produkte. Einzig die Erkenntnis vereinzelter Wirtschaftskräfte, dass nur echt nachhaltige Produkte auf Dauer überleben, macht Mut. Am Ende ist nämlich der Nachhaltigste der Billigste.

6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.

Genügend. Nur hat (oder nimmt sich) doch keiner Zeit zum Zuhören. Und ich habe nicht genug Zeit, um meine Erlebnisse weiter zu erzählen. In Politik habe ich einfach zu wenig Vertrauen, dort erlebt man keine Rückkopplung.

7. Was kritisierst Du – wenn überhaupt – an den “Neuen Ökos”, an der “LOHAS-Bewegung”?

Ich kritisiere die Kunden der Bio-Supermärkte, die die selben Produkte wie vorher kaufen, die nun eben mit Bio-Zeichen bedruckt sind. Es ist einfach affig, 2 plastikumhüllte Bio-Zuchinis im Winter zu kaufen. Da hat der Bio-Brainwash hervorragend funktioniert.

Dieser Beitrag wurde unter Energie, Ernährung, Lebensqualität, Rückkopplung abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Blogparade: 7 Fragen zu Konsum und Umwelt

  1. M.Wehning sagt:

    Ein schöner Beitrag!
    Über Retos Blog bin ich hierher gekommen und ganz angetan.
    Danke sehr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.