Mediationsverfahren im Dresdner Brückenstreit beendet

Gestern wurden die Ergebnisse des Mediationsverfahrens im Dresdner Brückenstreit um die Waldschlößchenbrücke vorgestellt. Ich verweise kurz auf die Medienberichte:

Meine Meinung: Da wollte sich niemand wirklich die Finger verbrennen. Vom Tunnel hat auch keiner geschrieben. Vor allem scheinen die Medien (dnn, SZ) keinen Tunnel zu wollen, sonst hätten sie ihn in einem Halbsatz erwähnt. Gut, es wird ein neues Planfeststellungsverfahren gefordert, welches eine kleinere Brücke zum Ziel haben soll. Ich bezweifle, dass der Bürgerentscheid auch für eine anderen Brückentwurf gilt. Es scheint so etwas wie einen Kompromissvorschlag zu geben, die UNESCO würde auch über eine kleinere Brücke verhandeln. Ich habe meine Meinung nach dem Lesen weiter unten neu formuliert .

Aber was mich am meisten wurmt ist die Frage, wo denn bitte der Sachverständigenbericht ist. Klar, er wurde gestern vorgestellt. Nur wem? Dem Land, der Stadt, dem Bund oder der Presse? Wie wäre es denn, den Bericht der Bevölkerung vorzustellen? Einfach mal auf eine Webserver hochladen und in der Pressemitteilung verlinken.

Das regt mich tierisch auf. Ehrlich. Immer diese versteckten Dokumente. Ich werde mich heute darum bemühen eine Kopie des Berichtes abzustauben und hier zu veröffentlichen.

UPDATE: Achim Weber hat mich darauf hingewiesen, dass das Ergebnisdokument des Mediationsverfahrens auf der Webseite www.welterbe-erhalten.de zum Herunterladen verfügbar ist.

Noch ein UPDATE: Jetzt habe ich den Bericht gelesen. Meine alte, obenstehende Meinung habe ich durchgestrichen, weil ich sie überdacht habe und wohl auch etwas emotional formuliert habe. Hier also meine erneute Meinung: Als erstes freut es mich natürlich, dass der Bericht das Prinzip der Nachhaltigkeit deutlich hervorhebt. Ebenso erfreulich ist, dass die weichen Standortfaktoren Dresdens Erwähnung finden. Das die Waldschlößchenbrücke in ihrer jetzigen Planung dort so nicht realisiert werden darf, war eigentlich schon vorher klar. Und so verwundert es mich nicht, dass eine kleinere Brücke an einem anderen Standort vorgeschlagen wird. Nur wem nützt eine Brücke am Thomas-Müntzer-Platz wirklich? Von dort sind es nur wenige hundert Meter bis zur Albertbrücke und das Blaue Wunder würde so gut wie gar nicht entlastet werden. Dabei ist doch die Loschwitzer Brücke ein Engpaß mit Verfallsdatum. Und siehe da, eine Tunnellösung wird auch angesprochen. Ein Tunnel müsste sicherheitstechnisch mehr als zwei Spuren haben und würde deshalb wieder attraktiver für den Verkehr werden. Wie wäre es denn, mit je einer Spur für MIV und Straßenbahn pro Richtung? Zur Not könnten die Autos über einen abgesenkten Bordstein das Gleis benutzen. Am interessantesten ist jedoch die Forderung für eine moderierte Perspektivenwerkstatt. Diese würde in einem offenen Prozess (da Vertreter der Stadtgesellschaft integriert wären) die Grundlage für eine neue Planung einer Elbquerung legen. Der Gedanke scheint attraktiv, jedoch müsste man darauf achten, dass die bisher verplanten 28 Mio € nicht gänzlich umsonst gewesen sind.

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