Guter Impfstoff für Soldaten

Da sitzt man nichts Schlimmes ahnend am Frühstückstisch und dann erzählt der Radiomann in den Nachrichten, dass die Bundeswehr einen besseren Schweinegrippeimpfstoff bekommt. Ohne Zusatzstoffe und Quecksilberkonservierungsmittel.

Nun frage ich mich: Wenn die Schweinegrippe wirklich so schlimm wie behauptet ist, warum bekommen dann nicht alle Risikogruppen diesen guten Impfstoff? Falls wirklich Gefahr im Verzug wäre, dann ist es doch kein Problem in den Krankenhäusern Impfstellen einzurichten und nur dort diesen guten Impfstoff zu verabreichen. Krankenhäuser gibt es fast überall. Aufm Land kann man ja mit Impfmobilen rumfahren.

Dann impft eben nicht jeder Wald- und Wiesenarzt, sondern nur „Zentralstellen“, die immer frischen Impfstoff dahaben.

Und am Ende wären Menschen nicht gleicher als andere.

Dieser Beitrag wurde unter Gesundheit, Umgebungsgedanken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Kommentare zu Guter Impfstoff für Soldaten

  1. torsten sagt:

    Ich finds krass, wie überhaupt die Körper in letzter Zeit wieder in nationale und internationale Governementalitätsdiskurse eingesponnen werden. Erst wurde die Sache mit dem Nichtrauchergesetz, jetzt die mit der Epidemiebekämpfung genutzt um zu bestimmen, wie der Umgang mit dem eigenen Körper auszusehen hat, oh ja, und um zu zeigen, dass der eigene Körper gar nicht der eigene Körper ist.

  2. Stephan sagt:

    Wobei man mit dem Rauchen in Gaststätten die Luft der Anderen ja verunreinigt.

    Wenn alle anderen Nichtraucher im Raum zustimmen, kann gern geraucht werden. Das würde dann die Freiheit der anderen berücksichtigen.

    Wenn die Raucher fragen würden, bräucht es dieses Gesetz nicht.

  3. torsten sagt:

    Und die Vorstellung, dass es meine Luft ist, die da vom Raucher am Nebentisch verunreinigt wird, basiert auf einem sehr konkreten Körperverständnis, das sich u.a. an den Punkten: Gesundheit, Lungenkrebs, Erkältung, schlechte Luft zum Atmen … entlanghangelt.

  4. Stephan sagt:

    Es ist unsere Luft. Nicht meine oder deine.

    Und Luft gehört niemanden, also hat man eigentlich kein Recht sie zu verschmutzen. Recht hat man nur über das, was man auch besitzt. Oder?

  5. torsten sagt:

    Es ist unsere Luft. Nicht meine oder deine. … Recht hat man nur über das, was man auch besitzt. Oder?

    Kommt darauf an, was man mit Besitzen meint.

    Ostrom z.B. unterscheidet zwischen folgenden Nutzungsrechten:

    Zugang: das Recht eine bestimmte physische Einheit (z.B. Wald) zu betreten und nicht-subtraktive Nutzen zu geniesen, d.h. aus dem Fluss der nichterschöpflichen Ressourceneinheiten (=Flußvariablen) zu schöpfen (z.B. Spazierengehen, In der Sonne sitzen)

    Entnahme: das Recht Teile des Ressourcensystems (Wege, Räume) zu nutzen oder Produkte des erschöpflichen Ressourcensystems (=Vorratsvariable) zu entnehmen (Feuerholz hacken, Pilze ernten, Wasser umleiten)

    Verwaltung: das Recht interne Nutzungsmuster zu regeln und die Ressource zu verbessern indem Verbesserungen vorgenommen werden (z.B. Sämlinge pflanzen, Bäume ausdünnen)

    Ausschluss: das Recht zu bestimmen wer ein Zugangsrecht hat und wie dieses Recht umgesetzt wird (z.B. Gewässereischeine ausstellen)

    Veräußerung: das Recht Verwaltungs- und Ausschlussrechte zu verkaufen oder zu Vermieten/Verpachten (Verkauf oder Vermietung von Vorratsvariablen also z.B. eines Sees, einer Wiese)

    Welche Rechte hat man jetzt als Raucher an Kneipenluft?

    M.E. gehört die Luft an sich erstmal niemandem, was manche Akteure nicht daran hindert bestimmte Nutzungsarten negativ zu sanktionieren, was darauf hindeutet, dass diese ein Ausschlussrecht haben. Das wiederrum würde bedeuten, dass die Luft doch jemandem gehört, sonst könnten bestimmte Menschen nicht von deren Nutzung ausgeschlossen werden.

    Verschmutzen ist ja auch ein dehnbarer Begriff. Wenn Du Sauerstoff atmest und Co2 ausatmest liese sich das auch als Verschmutzung definieren.

    Anyway, Aufhänger war ja die Diskussion um Schweinegrippe und der Zusammenhang zur Körperlichkeit. In diesem Zusammenhang fiel mir auf, dass die Körper als Ort des Regierens gerade wieder eine Rennaissance zu erleben scheinen, während es m.E. in den letzten Jahren mehr „die Psyche“ war, welche verstärkt regierbar gemacht und regiert wurde. Aber wahrscheinlich lassen sich auch hier Körper und Psyche gar nicht voneinander trennen.

    Und der Psyche mal wieder eine Verschnaufpause zu gönnen, kann ja nun auch nicht schaden, oder?

    Hui das war ein langes Posting, ich hoffe, dass nicht zu viele Schreibfehler und Widersprüche drin sind 🙂

  6. Jane sagt:

    Nicht nur unsere Soldaten, auch unsere neue Bundesregierung soll den „risikoarmen“ Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker bekommen. Es scheint, als würde der Pöbel hier zu einer großangelegten Feldstudie als Versuchskaninchen herangezogen, während bei den „wirklich wichtigen Personen“ kein Risiko eingegangen werden soll. Anders sind derartige Unterscheidungen nicht zu erklären. Ich lass mich jedenfalls vorläufig nicht mit diesem Wirkstoff impfen.

  7. Stephan sagt:

    Hättest du dich etwa impfen lassen?

    Für mich steht das irgendwie gar nicht im Raum.

  8. stefanolix sagt:

    »Versuchskaninchen« trifft wohl gerade nicht zu: Der Wirkstoff für die Bundesregierung ist weniger getestet als der Wirkstoff für die breite Bevölkerung. Sagen wir es so: beide haben Vor- und Nachteile.

    Mir scheint das alles ein Teil des Konjunkturprogramms der alten Bundesregierung zu sein. Man wollte wohl entschiedenes Handeln demonstrieren und nebenbei noch etwas Umsatz für die Pharma-Industrie generieren.

    Ich werde mich übrigens auch nicht impfen lassen (und ich bin — was den Grundschutz angeht — sonst ein Befürworter der Impfungen).

  9. jane sagt:

    stefanolix:

    Versuchskaninchen trifft in der Tat zu, denn die nunmehr im Impfstoff vorhandenen Wirkstoffverstärker sind neu und laut Aussage von Ärzten und auch Wissenschaftlern bislang nur unzureichend auf Nebenwirkungen getestet worden. Jeder, der sich also impfen lässt, stellt sich als Versuchskaninchen zur Verfügung, während der andere Impfstoff, den Soldaten und die Bundesregierung erhalten sollen, diese umstrittenen Wirkstoffverstärker ja gerade nicht enthält.
    Mittlerweile wird über die Medien eifrig verbreitet, dass Angela Merkel sich angeblich von ihrem Hausarzt impfen lassen wolle – also mit Verstärkern. Wer’s glaubt…

    Stephan:

    Naja, generell bin ich ja schon für Impfen – aber nicht, wenn so ein Impfstoff mal holterdipolter binnen weniger Monate aus dem Hut gezaubert wurde und keine ausreichenden Testerfahrungen vorliegen.

  10. Stephan sagt:

    Hätte mich auch gewundert Jane.

  11. Jane sagt:

    Dass überhaupt zugelassen wird, dass ab kommende Woche u.a. Tausende von Kindern mit einem Wirkstoff behandelt werden, dessen Nebenwirkungen bislang lediglich mangelhaft erforscht sind, ist für meine Begriffe ein erstes Versagen der neuen Bundesregierung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.