Zitat aus der Vorzeit

Im Chat tauchte ein interessantes Zitat auf:

Wie kommen sie darauf, dass menschliche Wesen Gefühle und Bewusstsein haben? Dafür gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Menschliche Wesen denken nicht eigenständig, Sie finden das viel zu anstrengend. Die Angehörigen unserer Spezies wiederholen meistens nur, was man Ihnen sagt und regen sich auf, wenn man Sie mit divergierenden Ansichten konfrontiert. Nicht Bewusstsein, sondern Konformität ist das charakteristische Merkmal der menschlichen Rasse, und das charakteristische Resultat ist der Religionskrieg. Andere Lebewesen kämpfen um ihr Revier oder um Nahrung, aber, und das ist einzigartig im Tierreich, die Menschen kämpfen für ihre Überzeugungen. Der Grund dafür ist, dass Überzeugungen Verhalten steuern, und dies hat für den Menschen evolutionäre Bedeutung. Aber in einer Zeit, da unser Verhalten durchaus zu unserer Ausrottung führen kann, sehe ich keinen Grund für die Annahme, dass wir überhaupt ein Bewusstsein besitzen. Wir sind sture, selbstzerstörerische Konformisten. Jede andere Betrachtungsweise unserer Spezies ist nichts als eine Selbsttäuschung.

– Michael Crichton, Jurassic Park II (das Buch)

PS: Habe das Buch (noch?) nicht gelesen.

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Amerikanerin macht sich Gedanken um Verantwortung

Drüben auf dem sustainablog.org macht sich jemand Gedanken über Verantwortung. Ich erwähne das hier mal, weil dieses Blog ja auch eine solche Kategorie kennt.

Der verlinkte Artikel ist deshalb lesenswert, weil er aus einer anderen Perspektive geschrieben wurde. Die Amerikaner sind ja bekanntlich Experten im Auslagern und verschieben von Verantwortlichkeiten.

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Energiesparlampen im Müll

Ich zitiere mal meine gestrige Tageszeitung:

Doch laut Verbraucherschutzzentrale landen nur zehn Prozent der von den Haushalten entsorgten Lampen im Sammelcontainer – die restlichen 90 Prozent jedoch unkontrolliert in der Mülltonne.

Vielleicht sollte man mal einen dicken Giftschädel den Lampen aufdrucken und den Leuten die nötige Bildung im Umgang mit diesen Lampen verklickern.

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2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol im Wasser

Und wieder eine kleine Geschichte über den Menschen im Umgang mit seines Gleichen.

Da wird die Chemikalie 2,4,7,9-Tetramethyl-5-decin-4,7-diol (TMDD) munter verwendet und landet in Flüssen, obwohl klar ist, dass sie giftig ist. Okay, laut Tests ist sie nur schwach giftig, nur was passiert im Zusammenhang mit den ganzen anderen Chemikalien? Wie sehen die Tests aus? Werden da alle möglichen Stoffkombinationen getestet?

Ich will nicht gegen den technischen Fortschritt meckern, aber bei irgendwo hört auch der Spaß auf. Deshalb will ich noch eine kurze Geschichte erzählen. Ich selber trinke nämlich fast ausschliesslich Trinkwasser. Das ist billig und auch ökologisch.

Eine kleine Geschichte

Beim Dresdner Stadtfest war auch die Stadtentwässerung anwesend, und ich habe die Leute dort mal gefragt, wie sie feststellen ob das Abwasser, was in die Elbe fliesst, auch wirklich sauber ist. Die Antwort war sinngemäß: Es wird gemessen und mit den gesetzlichen Grenzwerten verglichen. Dresdner Abwasser ist somit gesetzlich sauber.

An sich könnte ich es damit beruhen lassen, wenn ich nicht wüsste, dass auch die Dresdner ehemaliges Abwasser in Form von Uferfiltrat trinken  dass viele Leute unterhalb der Dresdens Uferfiltrat trinken (~5 % aller Deutschen haben Uferfiltrat in der Trinkwasserleitung).  Uferfiltrat ist die Sorte Trinkwasser, die nicht aus Trinkwasserbecken aus dem Gebirge kommt, sondern an Flussufern gewonnen wird. Das Wasser sickert durch den Boden in Ufernähe und wird dann in Tiefbrunnen gesammelt und ins nächste Wasserwerk gepumpt. Scheinbar trinken gar nicht mehr so viele Leute unterhalb Dresdens Uferfiltrat von der Elbe, das liegt mit Sicherheit an der (früheren) Verschmutzung.

Wenn jetzt im Dresdner Abwasser langlebige und schwer abbaubare Stoffe sind, dann landen die früher oder später wieder in der Nahrungskette, zum Beispiel in Hamburgs Wasserwerken (Hamburg nutzt kein Uferfiltrat). Zwar wird Trinkwasser unablässig getestet, doch wer versichert mir, ob das Wasser überhaupt auf alle möglichen Chemikalien getestet wird?

Gesetze

Diese Frage beantwortet mir die Trinkwasserverordnung. Laut Trinkwasserverordnung wird auf folgende Stoffe geprüft:

  • Acrylamid
  • Aluminium
  • Antimon
  • Arsen
  • Benzol
  • Benzo-(a)-pyren
  • Blei
  • Bor
  • Bromat
  • Cadmium
  • Chrom
  • Clostridium perfringens
  • Cyanid
  • 1,2-Dichlorethan
  • Epichlorhydrin
  • Fluorid
  • Kupfer
  • Mangan
  • Natrium
  • Nickel
  • Nitrat
  • Nitrit
  • Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte
    • Es brauchen nur solche Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte überwacht zu werden, deren Vorhandensein in einer bestimmten Wasserversorgung wahrscheinlich ist. Der Grenzwert gilt jeweils für die einzelnen Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte. Für Aldrin, Dieldrin, Heptachlor und Heptachlorepoxid gilt der Grenzwert von 0,00003 mg/l
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
  • Quecksilber
  • Selen
  • Sulfat
  • Tetrachlorethen und Trichlorethen
  • Trihalogenmethane
  • Tritium
  • Vinylchlorid

Das war’s im wesentlichen. Es kann sein, dass ich beim Kopieren 1-3 Stoffe vergessen habe, aber die rund 35 Grenzwerte der angeführten Stoffe besagen, ob Wasser Trinkwasser ist oder nicht. Kommt ein neuer Stoff in Umlauf, so muss dieser im Abwasser (Abwasserverordnung, Liste der Stoffe) erfasst werden. Im Trinkwasser wird dieser ja nicht untersucht.

Fazit

Irgendwie bleibt da ein ungutes Gefühl. Vor allem beim Verlagern von Produktionsprozessen in andere Länder. Dann bürden wir den dort lebenden Menschen das Abwasser auf, was für die Herstellung unserer Produkte anfällt. Beispiel: Früher flossen Chemieabwässer aus Tschechien die Elbe runter, heute fahren Züge mit Containern aus den Überseehäfen das Elbtal hoch.

Und wenn ich mir die Liste der im Abwasser erlaubten Stoffe so anschaue, dann frage ich mich echt, ob wir wirklich so reich sind, wir wir vorgeben. Wirklicher Reichtum liegt nämlich in der Umgebung, die die Gesundheit des Menschen und aller sonst lebenden Organismen nicht schädigt. Bekanntlich kann man Geld weder essen noch trinken, von daher sollte man mal ganz scharf nachdenken, was wirklich zählt.

Eine Freundin empfahl mir mal, Mineralwasser aus Flaschen zu kaufen. Das sei „sauberer“ als Trinkwasser. Nur irgendwie kann es das doch nicht sein, oder? Gerade im Bezug auf die nachhaltige Entwicklung wäre es sehr sinnvoll, wenn Wasser wirklich sauber wäre und nicht nur gesetzliche Grenzwerte einhalten müsste.

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Neues zur Saloppe

Auf http://www.saloppe.de/ könnt ihr einen Appell an die Stadt unterschreiben!

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