Ab nächsten Montag wird die Molenbrücke in Pieschen gebaut. Radfahrer können dann nach Fertigstellung der Brücke, an der elbseitigen Haltestelle “Altpieschen”, auf die Mole des Pieschener Hafens fahren, um am Hafenende dann auf den bisherigen Elbradweg ihre Fahrt fortzusetzen.
Aus meiner Sicht betrachte ich den Bau der Molenbrücke mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Lachendes Auge
Mein Arbeitsweg ist teilweise der Elbradweg von Altpieschen stadtwärts. Mit der Sanierung der Leipziger Straße haben sich die Verhältnisse für Radfahrer verschlechtert. Es ist weniger Platz vorhanden und oftmals behindern sich Fussgänger und Radfahrer massiv gegenseitig. Ausserdem sind die Ausfahrten der Grundstücke recht unübersichtlich und holprig. All dies könnte durch die Brücke entschärft werden. Durch sie steht dann doppelt so viel Radweg zur Verfügung, mit mehr Übersichtlichkeit. Die Sicherheit aller Fuß- und Radwegbenutzer dürfte sich erhöhen.
Weinendes Auge
So eine Brücke kostet viel Geld. Und Geld wächst nicht an Bäumen, auch wenn deren Blätter gerade golden scheinen. Und die Brücke kostet nicht nur Geld, sondern auch natürliche Ressourcen (Stahl, Beton – Baumaterial). Im Dresdner Fahrradnetz wären Geld und Ressourcen eigentlich viel sinnvoller zu verwenden, wenn die Leipziger Straße nicht so kaputtgeplant worden wäre. So erscheint mir die Molenbrücke und der Molenradweg als sehr teure und ineffiziente Lösung für die Problembeseitigung zwischen Moritzburger Straße und Pieschener Eck. Außerdem braucht diese Brücke Wartung.
Fazit
Die Molenbrücke wird vielleicht 10-30 Sekunden Fahrzeitverkürzung für Radler erbringen. Das ist am Aufwand gemessen nicht viel. Wäre die Situation auf der Leipziger Straße nicht so schlecht, wäre die Molenbrücke der reinste Schildbürgerstreich. So ist sie eine ineffiziente Problemlösung, die durch bedarfsgerechte Planung der Straßensanierung hätte vermieden werden können. Als Radfahrer freue ich mich vielleicht über diese Brücke, als Bürger mit Blick auf die Gesamtlage eher nicht.
Beiträge
Ich kann mich da im wesentlichen anschließen. Auf der Leipziger Straße (und anderswo) wird der Radfahrer nicht als vollwertiger Verkehrsteilnehmer gesehen. Das ganze Ziel dieser Planungen ist: man will den Radfahrer eigentlich nur aus dem Verkehr raushalten. Man behandelt und bevormundet ihn fast wie einen Hilfsbedürftigen.
Ich habe eigentlich den Anspruch, auf dem Fahrrad ein Ziel zu erreichen. Wenn ich zwischen die Fußgänger gezwungen werde, wird Fahrradfahren einfach ineffizient. In anderen Städten hat man besser begriffen, dass Radfahrer eigentlich die Straßen entlasten.
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Auf dieser Rad-/Fußwegkombinationen entnerven mich hauptsächlich die Haltestellenbereiche und das Ausfahrten-Kopfsteinpflaster. Wenig später, zwischen Puschkinplatz und Eisenbahnbrücke, sind sowieso kaum noch Fußgänger unterwegs, und auf der Strecke vorher muss man halt vorsichtiger fahren. Aber wer will das schon
Ach ja: Schön wäre, wenn die Fußgänger, die einen bemerken, wenigstens immer Platz machen würden (oder gleich am Zaun entlanggingen). Wer das nicht tut, gehört wahrscheinlich zu jenem Menschenschlag, der immer in Grüppchen vor mir auf der Rolltreppe stehenbleibt.
Kann mir jemand die derzeitige Situation auf der Leipziger schildern?
Seit die fertig gebaut ist komme ich dort fast nicht mehr lang.
Wo muss man hin, wenn man die Moritzburger hochkommt, und nach links will? Ist die Rad- Fußweg kombi für beide Richtungen freigegeben oder gar vorgeschrieben?
henteaser: Mich nerven entgegenkommende Radlerguppen, die auf der falschen Straßenseite fahren und trotzdem Rad- und Fußweg in ihrer gesamten Breite für sich einnehmen, sodass kein Mensch mehr vorbeikommt, der auf der richtigen Seite fährt. Und das alles bloß, weil sie keinen Bock haben, drüben auf der richtigen Seite zu fahren, denn dort gibts erst gar keine geteilte Lösung mit Fuß- und Radweg, sondern bloß einen handtuchschmalen Fußweg, den laut Verkehrsschild aber auch Radfahrer nutzen dürfen. Sieht noch einer durch?
Dem engen Fußweg auf der Häuserseite traue ich sowieso nicht, wegen der vielen Türen und Menschen. Dann lieber obachtgebender Falschfahrer sein.
Nun ja, ich schadenfreue mich schon jetzt wegen der wöchentlichen Polizeimeldungen über Radfahrer und Fußgänger, die vom anderthalb Meter breiten Molenradweg gerutscht sind oder die sich gekloppt haben, weil keiner den anderen vorbeilassen wollte bzw. konnte.
Dresdner Verkehrsplanung for the win!
Was ich mich schon immer gefragt habe:
1. Wer legt fest, wann ein Fußweg (oder eine Einbahnstraße) für (entgegenkommenden) Radverkehr freigegeben wird? Besser gesagt würde ich gern wissen, welche Punkte welcher Verkehrsplaner-Checkliste dafür erfüllt sein müssen.
2. Wieso stört es Leute eigentlich, wenn man auf Fußwegen in Schrittgeschwindigkeit Rad fährt? Ist doch immer noch besser, als würde man mehr Breite beanspruchen, weil man’s schiebt.
3. Wieso kann ich auf meine Monatskarte rund um die Uhr ein sperriges Fahrrad mitnehmen, aber nur am Wochenende eine weitere Person?
Wer die 240er Schilder (Gemeinsamer Fuß- und Radweg mit Benutzungspflicht) auf der Leipziger zu verantworten hat, der gehört täglich mit dem Fahrrad dort langgetrieben.
Da ich allerdings um die grundsätzliche Gefährlichkeit von Geradeausspuren rechts neben Rechtsabbiegerspuren weiß, benutze ich ohnehin generell die Fahrbahn.
henteaser:
Naja, solange die Falschfahrer wirklich Schrittgeschwindigkeit fahren und vor allem entsprechend Rücksicht nehmen auf die Richtigfahrer und die Fußgänger, ist das alles ja auch kein Problem.
Die Realität sieht nur meistens leider anders aus.
Und wer auf dem Fußweg Rad fährt, der müsste sich wenigstens mit einer Klingel ausrüsten und die dann auch benutzen. Wie soll ich als Fußgänger denn merken, dass hinter mir einer mit dem Rad vorbei will? Meistens merkt man das nämlich erst, wenn so ein aufdringlicher Mensch schon fast mit dem Lenker in der Schultertasche eingefädelt hat, weil er sich so dicht und vor allem ohne merkenswert vom Gas zu gehen, an einem vorbeidrängeln muss.
Zu 3.: Ganz sicher, weil Fahrräder niemals auf die Idee kommen würden, ein Monats-Abo abzuschließen, Personen hingegen schon. Das ist alles Geschäftsstrategie
Dennoch: Würden, falls es erlaubt wäre, mehr Monatskarten verkauft werden oder weniger?
Die Attraktivität dieser Kartensorte stiege zumindest beträchtlich. Und die Möglichkeit zur Fahrgemeinschaft heisst ja nicht, dass sie auch in Anspruch genommen wird.
Genausowenig übrigens, wie jedermensch sein Fahrrad mitnimmt, nur weil der potentielle Stellplatz im Kartenpreis inbegriffen ist. (Bzw. genausowenig, wie alle rüstigen Dresdner auf ihr Auto verzichten, nur weil’s Fahrradwege gibt.)
@barfoos: guck mal auf http://www.adfc-dresden.de , dort gibt es auch ein Statement zur Leipziger. Ich fahre weiter so wie früher. Die neue Ampel an der Moritzburger nutzt so gut wie kaum ein Radfahrer.
Zur Planung vielleicht so viel: http://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehrsanlage
Ansonsten lohnt vielleicht ein Blick in die http://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenbaurichtlinien
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Ich habe auch ein lachendes und ein weinendes Auge bei diesem Bau. Allerdings beweine ich hier nicht die Kosten und Ressourcen. Ich finde es ok. Aber das weinende Auge ist eher, daß mit dem Bau dieser Brücke ein richtig schönes Rückzugsgebiet verschwindet. Die Halbinsel ist ein Gebiet, wo ich gerne auch mal Ruhe gesucht habe. So nah an der Elbe, kaum andere Menschen und wild wuchernde Natur. Wenn durch diese Brücke der Radfern- und -nahverkehr hier entlang geführt wird, geht damit das Rückzugsgebiet verloren.
Was die “bedarfsgerechte Straßensanierung” angeht: für mich sieht das so aus, als hat man bei der Leipziger Straße bereits die Molenbrücke berücksichtigt.
@stefanolix: “man will den Radfahrer eigentlich nur aus dem Verkehr raushalten.”
Ich sehe kein Problem, wenn man bei der Verkehrsplanung die Verkehrsmittel trennt (sofern man sie berücksichtigt – das ist in Dresden eher das Problem). Wenn man Kreuzungspunkte mit dem Autoverkehr reduzieren kann, ist es doch auch besser für die Radfahrer. In dem Falle ist es aber wieder egal, weil man nur eine hand voll Ausfahrten hat.
Zu dem weinenden Auge möchte ich festhalten, das die Planung der Brücke schon seit ~10 jahren läuft. und zwar mit dem Hintergedanken den ELBRADWEG durchgängig an der Elbe entlang zu führen und nicht den Radweg der leipziger Straße umzuverlegen. Die neuen Probleme sind keine Planungsgrundlage gewesen…
Wobei es einem finanziell schon recht gut gehen muss, solche Dinge wie einen Hafen künstlich ins “Hinterland” des Radweges zu verlegen.
Es bedarf einer dringenden Regelung was die Verkehrschilder angeht, von Seiten der Stadt…
So steht ein Schild unter der Marienbrücke, stadtauswärts, womit der Weg als Fuß & Radweg deklariert wird.
Nimmt man nun selbigen Weg, beginnend von der Moritzburgerstr./ stadteinwärts, so steht man lediglich vor einem 10cmx10cm großen Elbradwegschild…
Ich bin es aber auch ständig leid, nur den Radfahrern platzt zu machen, die mit total unangemessener Geschwindigkeit, teilweiße abends ohne Licht an mir vorbei rauschen…
Dies ist ein Gemeinschaftsweg, ergo §1 der Straßenverkehrsordnung “GEGENSEITIGE RÜCKSICHTSNAHME”
Ich höre immer nur Radweg Radweg Radweg
Auch ist es Quatsch, von der Stadt, hier alle vereinen zu wollen…
Fußgänger
Radfahrer
Kinder / Eselsnest
Sportler, Jogger, InLinefahrer
Hundehalter, da dort kein Leinenzwang an der Elbe besteht
Booteigner, die von der Eisenbergerstr. den Weg kreuzen
Also wer hier noch von, “Hee, mach doch mal dem Radler platz” ruft oder so agressiv fährt dem kann ich nicht helfen.
Nur zu toppen durch ein 2000€ Fahrrad ohne Licht oder nur hinten (aus Angst angefahren zu werden)
Aber ich könnte mich auch über die Aufregen, die beim überqueren einer Fußgängerampel nicht absteigen & alle anderen behindern…
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