Daten liegen in der Luft

Im täglichen Updatezirkel durch das Netz bin ich auf Chaosradio Express gestossen. Ich war nämlich mal wieder auf olsrexperiment.de unterwegs um die Map nach Veränderungen zu beschauen. Irgendwie bin dann zum dem Podcast über Mesh Networking gelangt. Diese Podcastreihe findet neben dem standardmässigen Chaosradio statt. Tim Pritlove greift da aktuelle Dinge auf und macht sehr anschauliche Sendungen daraus. Man kann da sogar was bei lernen, falls man kein "Übergeek" ist und schon in der Materie drin steckt, quasi Bildungspodcast. 😉
Jedenfalls hab ich mir den Podcast über das Mesh Networking mal zu Gemüte geführt. Die Audioqualität ist durchaus nicht schlecht, so dass man von dieser Seite nicht vom Hören abgehalten wird. Und so plätscherte der Podcast in meine Gehörgänge. Recht informativ wird das Thema WLAN da angepackt und die spezielle Verwendung für selbstvermaschende WLANs. 20 Geeks brauchen scheinbar sogar WLAN im Wald. 😉

In diesem Podcast war auch Elektra Wagenrad zu Gast. Elektra berichtete von seinen Erfahrungen, wie man in der Provinz (war das Bangladesh?) ein low-cost (Computer-)Netzwerk aufbaut. Beachtenswert fand ich, dass in diesem Zusammenhang ein Buch entstanden ist. Es trägt den Titel: Wireless Networking in the Developing World. Wenn man dieses Buch gelesen hat, sollte man in der Lage sein, ein WLAN zu etablieren. Das ganze Buch ist obendrein noch kostenlos, so dass das enthaltene Wissen zu einer (besseren?) Informationsgesellschaft beitragen kann. Von diesem Buch wollte ich unbedingt berichten und hab das hiermit erledigt.

Wie das im Netz der Netze so ist, man bleibt hängen, so auch ich. Als nächstes hörte ich mir den Podcast über Fon an. Fon ist eine neue Idee, die Internet besser in der Welt verfügbar machen will. Dazu werden modifizierte WLAN-AP-Router (ich nenn die Dinger mal FONs) eingesetzt, deren Firmware ausgetauscht wurde. Das besondere an dieser Firmware ist, dass die "FON-APs" sich auch selbst untereinander vernetzen. Eben, das mit dem Mesh-Networking. Dabei stellt FON keine APs auf, sondern das überlassen sie den Bürgern. Diese koppeln die FONs ans Netz und erlauben der Öffentlichkeit ihren IP-Zugang mit zu nutzen. Damit der Bereitsteller aber die Kontrolle über seine FON-Box behält, muss sich jeder Nutzer authentifizieren. Dazu nutzt er einen Account von http://fon.com. Wenn so ein Nutzer ein Account hat, kann man diesen Nutzer auch "greifen" und sein Handeln auf seiner FON-Box reglementieren. Das ist das besondere daran. Kein anonymes Mitbenutzen des eigenen WLAN-Routers, sondern Kontrollmöglichkeiten durch den Eigentümer des Routers. Es ist ja auch sein Geld, was er dem ISP gibt. Der Eigentümer kann darüber hinaus noch entscheiden, ob er für die Nutzung Geld verlangt (2? pro 24h, 1? geht davon an Fon.com, der andere Euro verbleibt beim Eigentümer) oder den Service kostenlos anbietet.

Zusätzlich kann man auf der Webseite von fon, auch nach FONs in seiner Umgebung fahnden. Das ist ganz praktisch, wenn man mal unterwegs ist, trotzdem Dienste im Netz nutzen will. Egal ob ssh oder eben VoIP. Das Ziel ist wohl ein weltweiter (offener?) Standard, um andere offene WLAN-Router mitzunutzen. Ganz nebenei entsteht noch ein sich selbst vermaschendes Bürgernetz. Also voll Pulle Richtung Informationsgesellschaft.

Ganz nebenbei hab ich bemerkt, dass ein Autor dieser FON-Firmware in Dresden lebt. So weit ich das verstanden habe, gibt es 2 Arten von FON-Firmware. Eine Basic-Version(beruht auf openWRT) und eine Advanced-Version. Die fortschrittliche Version beruht auf dd-wrt, welches von Brainslayer entwickelt/gepflegt wird. Brainslayer scheint ganz nebenbei im Stadtteil nebenan zu wohnen und hat wohl das Pech, "auf OPAL zu wohnen". Das Netz ist ein Dorf.

Und noch was: Google und Skype haben in fon.com 18 Mio US-$ gesteckt. Warum? Google will mehr Werbung platzieren (auch dem geneigten WLAN-User) und Skype will Telefonie überall realisieren.

Fon:

  • Betrieb der FON-Boxen durch Bürger
  • Selbstvernetzung (mesh networking) der Boxen
  • Sicherheit
  • nichtkommerziell / kommerziell, entscheidet der Betreiber-Bürger
  • subventionierte WLAN-Router (25?/Stück)


 

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