Buchrezension – Leo Hickman: Fast Nackt

Mir wurde zum Geburtstag ein Buch geschenkt. Es trägt den Titel „Fast Nackt“ und wurde von Leo Hickman geschrieben. Ich habe mich sehr über dieses Geschenk gefreut, da ich auf dieses Buch schon vorher gestoßen war. Worüber handelt nun das Buch?

Der britische Redakteur bestellt sich drei Ethikberater zu sich nach Hause und lässt sich (und seiner Frau Jane) erklären, wie (un-)ethisch sie im Moment leben. Zu fünft (Leo, Jane und die drei Berater) durchstreifen sie das ganze Haus der Familie Hickman und drehen so ziemlich alles um, was ihnen in die Finger kommt. Darauf hin startet Leo Hickman einen Selbstversuch und berichtet in diesem Buch darüber, wie und ob es ihm gelingt ethischer zu leben. Folgende Themen werden dabei angesprochen:

  • Lebensmittel
  • Energie
  • Kleidung/Textilien
  • Wohnen
  • Geld
  • Mobilität
  • Gesundheit/Medizin
  • Müll
  • Konsum
  • Umwelt
  • Soziales Umfeld

Die drei Berater verdrehen Jane und Leo gehörig den Kopf und mäkeln an so ziemlich allem herum. Dies sei unethisch und jenes auch. Das hat natürlich auch Konsequenzen, positive wie negative. Es gibt Spannungen zwischen den Eheleuten, was zu tun und zu unterlassen sei. Aber man erfährt auch, wie die Hickmans ihr Leben etwas nachhaltiger gestalten und sogar Freude daran haben.

Mich hat das Buch wenig geschockt, da mir viele Dinge davon bekannt sind. Interessant fand ich die Vielfalt der Themen, die angesprochen werden. Auf einige Dinge achte ich bereits schon jetzt, auf andere noch nicht. Reinigungsmittel nenne ich da mal. Das war mir selber bis jetzt relativ egal, da wir nur wenig davon verbrauchen. Aber für jemanden, der in der heilen kuscheligen Welt des Konsums lebt, könnte das Buch vielleicht eine harte Nuss werden. Es stellt viele Fragen, gibt aber auch erstaunlich viele Antworten, da Leo Hickman das Buch schrieb, während er viele Dinge in seinem Leben auf den Kopf stellt(e).

Einzig negativ fiel mir auf, dass sich das Buch an einigen Stellen nicht so recht flüssig liest. So sind mir 3 deutliche Fehler beim Lesen aufgefallen, die auf kein hohes Übersetzungsniveau schließen lassen (eine E-Mail an den Lektor ist unterwegs). Ein Inhaltsverzeichnis und ein Stichwortverzeichnis enthält das Buch unerklärlicherweise auch nicht.

Positiv gefallen hat mir eine gewisse Spannung, die das Buch besitzt. Man will es zügig durchlesen, da immer wieder interessante Gedankengänge aufgezeigt werden. Der Lesefluß ist im großen und ganzen immer noch gut, stellenweise vielleicht sogar packend. Und so ist es vielleicht nicht verwunderlich, dass ich für das Buch keine 20 Stunden gebraucht habe. Wenn man will, kann man es an einem Wochenende durchlesen, ohne seine Umwelt zu sehr zu ignorieren. Auch ging eine gewisse Selbstironie bei der Übersetzung nicht verloren. Am Buchende findet man eine Vielzahl von nützlichen Verweisen ins deutschsprachige Internet, so dass man sich vertiefend ins WWW verlieren kann.

Ich empfehle das Buch uneingeschränkt weiter. Wer mich kennt, dem leihe ich das Buch auch gerne aus, falls es nicht gerade von jemandem gelesen wird.

Noch eine kleine Anekdote dazu: Ich ließ das Buch offen im Verein herumliegen und jemand begutachtete neugierig Cover und Rückseite. Ich sagte, dass das Buch interessant sei und über Dinge schreibt, die wirklich wichtig sind, wie zum Beispiel eine gewisse Ethik im Leben. Der Interessierte legte anschließend das Buch wieder mit einem Stirnrunzel ab und stempelte mich vielleicht in Gedanken als „Ökospinner“ ab.

Ach ja, noch ein paar URLs:


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