Schweizer Neid

Wenn ich sowas lese, könnte ich im Bezug auf das Hickhack um die Waldschlößchenbrücke glatt neidisch werden.

Die Qualität der direkten Demokratie zeigt sich aber insbesondere in den Prozessen, in denen wir zu den Entscheidungen gelangen. Idealerweise möchten wir in der Demokratie ja einen Konsens anstreben: Die verschiedenen Interessen so lange abgleichen und austarieren, bis eine Lösung gefunden ist, die alle akzeptieren können. Doch das ist eine Illusion. Meist muss ein Mehrheitsentscheid gefällt werden. Und so ist besonders wichtig: Selbst wenn ein solcher Entscheid demokratisch legitimiert ist, muss er gegenüber den unterlegenen Minderheiten gerechtfertigt werden können, so dass sich diese damit abfinden können. Daher muss die Demokratie so organisiert werden, dass die Minderheiten ihre Interessen und Argumente einbringen können. Dies wollen unsere langwierigen Vernehmlassungen, Kommissionsberatungen und Differenzbereinigungen erreichen.

Und mir hat bis heute niemand erklären können, warum ein Elbtunnel nicht gerechtfertigt wäre. Fußgänger und Radfahrer als Kontraargumente ziehen da übrigens nicht, da eine Fähre zur Verfügung steht. Und wenn man will, kann man nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer auch kostenlos die eine Haltstelle fahren lassen.

Nachtrag: Wie durch ein Zufall ist das Thema Demokratie heute auch in der SWR-Aula vertreten.
[audio:http://mp3.swr.de/swr2/aula/swr2-aula-passend-fuer-die-natur-des-menschen.6444m.mp3]

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