Endlich das Welterbe wegwerfen

Endlich! Lange hat es ja gedauert. Und nun bald ist es soweit.

Wir Dresdner sind bald unsere Welterbelandschaft los.


Nie wieder müssen wir uns dafür rechtfertigen, irgendwelchen Werten nachzuhängen, die man eh nicht monetarisieren kann. Nie wieder muss ich mit dem Herzgefühl argumentieren. Nie wieder muss man sich als Antidemokrat beschimpfen lassen, nur weil man selber am demokratischen Prozess mitwirkt. Nie wieder muss man sich von der Politik zum Thema Welterbe verhöhnen lassen.

Jawohl, Fakten haben wir dann. Graue und harte Stahlbetonfakten. Damit der Blechdresdner fleissig seine vier Gummireifen drehen lassen kann, um sie im Wohngebiet der Johannstadt dann umso schneller wieder abzubremsen. Und mit einer gehörigen Portion Landschaftsvergessenheit werden in diesem Jahrhundert noch viel mehr Brücken gebaut. Nicht nur zwischen den Elbufern, sondern auch zwischen Gehirnarealen in denen naturverachtender Starrsinn und Egoismus zu Hause ist.

Dafür müssen wir der ADACDU-FDP ja dankbar sein. Sie hat wieder was durchgesetzt. In diesen für Konsens ja so schwierigen Zeiten wurde wieder etwas erreicht. Im Geiste des ewigen Wachstums werden nun auch die Elbseiten weiter zusammenwachsen. Und damit das so weiter geht, würde ich vorschlagen, wir betonieren die Elbe demnächst ganz ein und nutzen die Betondecke gleich als Schnellstraße in die Petroleum-Hölle.

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Bild modifiziert nach http://www.blasewitz1.de/albrecht.htm

So langsam wird es Zeit, aus Dresden auszuziehen. Das hält man ja nicht mehr aus hier.

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