(Flut-)Mauerbaupläne in Dresden

Mir sind da zwei Referenzen zu Weltnetzseiten unter den Mauskursor gekommen:

mauerzoff.de behandelt den geplanten Bau der Flutschutzmauer in Dresden und keinemauer.de nimmt sich dem Pendant im Pieschener Winkel an. An beiden Stellen im Noch-Welterbe-Gebiet sind völlig überdimensionierte Hochwasserschutzanlagen geplant. Als Pieschener habe ich übrigens selber einen Einwand gegen die Mauer geschrieben.

Flutmauer in Laubegast

Damit die Menschen mal eine Vorstellung bekommen, was dort geplant ist, werden die Insulaner aktiv. Sie bauen ein Modell.

Quelle: mauerzoff.de

Quelle: mauerzoff.de

Auch ein Augenzwinkern ist dabei:

Quelle: mauerzoff.de

Quelle: mauerzoff.de

Morgen (13.06.2009) früh 11 Uhr ist Fototermin am Mauermodell, beim Bäcker Siemank.

Literarisch wird in einem Vorabdruck (pdf) aus der Laube 16 schon etwas Untergangsstimmung transportiert. Nun aber stromab:

Hochwassermauer im Pieschener Winkel

Quelle: keinemauer.de

Tja liebe Leute, hinter solch einer modernen Tristesse wird die Elbe weggesperrt. Kinder werden über diese Mauer nicht mehr hinwegblicken können. Ich selber hatte mir mal die Unterlagen auch mal angesehen und abfotografiert (208 Bilder, 185 MB, bei Bedarf bitte kommentieren). Hier mal eine simple Montage. Meine anderen bearbeiteten Bilder habe ich wohl verlegt.

flutmauer_pieschen_panorama

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Falls jemand einen Eindruck von den Planungspapieren braucht, bitte sehr:

flutmauer_pieschen_dokumente

4 Ordner Papier

Und damit solche bürgerfernen Planungen in Zukunft nicht wieder passieren, informierte eine Veranstaltung nächsten Mittwoch den Dresdner, wie man bürgernah planen kann.

Nachtrag: Die Bäume wurden im Februar 2010 am Micktener Elbufer gefällt.

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7 Antworten zu (Flut-)Mauerbaupläne in Dresden

  1. Hm … also deiner Fotomontage nach zu urteilen wäre das ja schon ein sehr massiver Eingriff ins Landschaftsbild. Gibt es nicht auch solche mobilen Hochwassermauern, die für so etwas bei Bedarf eingesetzt werden können?

  2. Sonic Lux sagt:

    Hauptsache es kommen dann auch wirklich so coole Grafitis dran 😉

  3. Elbnymphe sagt:

    Das ist doch bitte ein schlechter Aprilscherz!? Statt endlich zu lernen, MIT der Natur zu leben, wird sie ausgesperrt und eingedämmt.

    Manchmal fällt mir auch ne Kastanie auf den Kopp, ich bin daher dafür, daß alle Straßen überdacht werden!

  4. stefanolix sagt:

    Schutzschirme für Elbnymphen! 😉

  5. Andreas sagt:

    Hm… gab’s da nicht in Köln so Dinger, die im Boden verschwinden, wenn nix is mit Flut…?

  6. Pingback: Umgebungsgedanken » Blog Archiv » Massaker in Dresden

  7. Kay Hanisch sagt:

    Auch in Roßwein an der Freiberger Mulde hat sich eine Bürgerinitiative gegen Flutmauern gegründet. Dort wird es demnächst konkret. Die Einspruchsfrist läuft bereits. Hier ein Text der Initiative.

    Am 28.7.2010 gründete sich in Roßwein die Initiative für einen bürgerfreundlichen Hochwasserschutz (IBH), welche als Bürgerinitiative auf die Gefahren und Probleme aufmerksam machen möchte, welche der Bau der Hochwasserschutzmauer in der geplanten Form mit sich bringt.
    Die Initiative setzt sich überwiegend aus Anwohnern der vom Hochwasser betroffenen Straßen zusammen, welche das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Projektes Flutmauer kritisieren.
    Der relativ geringe Schutz durch die Mauer vor einem Hochwasser wie 1954 ( HQ 50, abzulesen an der Flutsäule) steht in keinem Verhältnis zu den 3-5-jährigen Baumaßnahmen, welche mit Schmutz, jahrelangen Lärmbelästigungen und Bauschäden für die Gebäude an der Mulde einhergehen.
    Das über 100 Bäume an der Mulde gefällt werden und die Wiederaufforstung zu großen Teilen außerhalb der Stadt Roßwein stattfindet, ist ein weiteres Argument gegen die Mauer.
    „Für wenig Gegensicherung wird der Erholungswert der Muldenpromenade vernichtet,“ so Anwohner Lothar Grandke.

    Die Bürgerinitiative fordert eine erneute Anwohnerbefragung zur Flutmauer, da die Pläne nun konkret geworden sind, die Erwartungen sich nicht erfüllt haben und sich die Situation damit verändert hat. Ohne eine genaue Kenntnis des Projektes, so die Mitglieder der Initiative, konnte man das Ausmaß und die Folgen bisher nicht abschätzen. Bei einer erneuten Befragung müssen die Vor- und Nachteile des Projektes neutral gegenübergestellt werden.

    Infolge des Klimawandels ist künftig mit kurzen heftigen Unwettern zu rechnen, welche aber nicht unbedingt zum Muldenhochwasser führen müssen, wie der Starkregen im Juni 2008, bei dem Dresdner Straße und Querstraße überflutet wurden und sogar Mülltonnen, Pflastersteine und Gossendeckel weggespült wurden. Wie dieses Regenwasser dann in die Mulde abfließen soll, wenn da eine Mauer steht, ist nur unbefriedigend geklärt. Es müssen also noch Baumaßnahmen getroffen werden, welche dafür sorgen, daß das durch starken Regen entstehende Oberflächenwasser in die Mulde befördert wird.
    Da die für das Flutmauerprojekt zuständige Talsperrenverwaltung das Problem des Regenwassers auf den Abwasserzweckverband abwälzt, befürchten Mitglieder der Bürgerinitiative, daß entstehende Kosten für den AZV auf die Bürger übertragen werden könnten.

    Das Grundwasser soll mittels Pumpen über die Mauer gepumpt werden. Wenn die Talsperrenverwaltung diese Pumpen aber so wartet, wie sie sich bisher um den Fluß gekümmert hat, ist zu befürchten, daß die Pumpen im Ernstfall nicht funktionieren. Denn es liegen seit dem Hochwasser 2002 noch zahlreiche Felsbrocken und sogar Träger der eingestürzten Brücke an der Silberwäsche in der Mulde, während zum Beispiel innerstädtische Flutflächen im Uferbereich wie an der Mühlbrücke zusehends verkommen, da kein Gras mehr gemäht wird.

    Die Bürgerinitiative unterstützt den Bau von Rückhaltebecken (wie bereits im Muldenoberlauf geplant) und die Schaffung von Flutflächen als ökologisch und wirtschaftlich wesentlich sinnvollere Alternative zum Einbetonieren der Flüsse.

    Alle Bürger werden nochmals aufgefordert, sich das Projekt im Rathaus anzusehen und ihre Meinung und Eingaben an die Stadt Roßwein oder an die Talsperrenverwaltung zu schicken.
    Am nächsten Mittwoch, den 4. August, trifft sich die IBH 18.00 Uhr wieder in der Gaststätte Altenburg in der Mittelstraße. Interessierte Bürger sind gern herzlich eingeladen.

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