Aktuelles rund um fairen und biologischen Handel in Dresden

Wie ihr liebe Leser vielleicht mitbekommen habt, habe ich hier intensiv für das Umundu-Fair-Trade-Festival und den Tag der Regionen geworben. Die Zeit war mir hold gesonnen und ich konnte beiden Ereignissen einen Besuch abstatten. Ich möchte mal ganz grob meine Erfahrungen widergeben und mit anderen Beobachtungen kombinieren.

Lebensmittel

Es tut sich was. Immer mehr Bauern rund um Dresden schwenken auf eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion um. Irgendeins der guten Label pappt dann auf den Leckerheiten. Besonders kleine Betriebe scheinen den Umbruch gut zu schaffen. Ein Hauptakteur im Verkaufsbereich ist die Verbrauchergenossenschaft (VG) Dresden. Deren Läden (Jahnstr. + Schandauer Str.) haben ordentlich Umsatz und ein dritter Laden wird auf der Fritz-Reuter-Str. hinzukommen. Damit rücken dann die 50 000 Nordwestdresdner näher in den Fokus. Danken möchte ich der VG für den Tag der Regionen bzw. dessen Organisation.

Manchmal ist der Erfolg aber auch überwältigend. In der Biosphäre wird es langsam zum Glücksspiel Mahlitzscher Milch zu bekommen. Öfters mal ist dort die Milch alle. Als Ausweg bleibt da oft die Taubenheimer Milch, alles andere wird quer durchs Land gekarrt und heisst trotzdem öko.

In diesem Zusammenhang will ich mal ein Gerücht weiterverbreiten. Dennree, dieser Bio-Discounter, finanziert auch mal gerne Bioläden. Aber wenn man als Ladenbetreiber dann Dennree-Produkte durch regionale Produkte ersetzen will, wird Dennree böse und hört auf den Laden zu finanzieren. Also auch im Biobereich ist das Geschäft knallhart und hat nichts mit der sozialen Komponente von Nachhaltigkeit zu tun.

Interressant wird die Sache, wenn Lebensmittel mit anderen Dingen zusammengehören, wie der Schafskäse und die Wolldecken vom Milchschafhof Bärenstein. Wo bitte gibt es eine Naturwolldecke für 75 € sonst zu kaufen?

Auf den üblichen Märkten findet man hier und da die gute Ware.

Textilien

So langsam geht mir manche tragbare Klamotte aus. Von Textilien aus Kinderarbeit und so weiter hab ich Schnauze definitiv gestrichen voll. Gekauft wird nur noch dort, wo der Verkäufer bescheid weiß. Im Zweifel wird nicht gekauft. Und so habe ich gelernt, dass es mindestens 2 Ort in Dresden gibt, wo man faire Klamotten bekommt. Im aha-Weltladen an der Ringstraße und am Schillerplatz. Letzter hat von mir auch Umsatz erhalten. Ein Leinenhemd hatte es mir angetan. Ich muss nur noch verifizieren, ob das Hemd wirklich okay ist.

Einen fairen Einkaufsführer für Dresdner vermissen irgendwie alle Dresdner „Ökos“. Bei einem globalisierungskritischen Stadtrundgang in Dresden habe ich so einiges über Schuhe gelernt.

schuh

Nun ist mir auch klar, wie diese ganzen Innenstadtläden sich finanzieren. Der Lohn vom 100-€-Schuh beträgt gerade mal 0,4 % (40 Eurocent) und wäre mit 76 Eurocent fair. Das muss man sich mal überlegen, wir reichen Europäer sind einfach mal naiv und arrogant zu gleich und lassen via Kapitalismus auf der anderen Erdseite ausbeuten. So viel schämen kann man sich gar nicht. Der Stadtrundgang wird von Ehrenamtlichen getragen und braucht Unterstützung. Für Schulklassen ist er aber sicher interessant. Für Veränderer bringt er leider kaum Handlungshilfen.

An Online-Shops komme ich leider nicht wirklich ram. Ich will das Zeug „betatschen“ bevor ich’s anziehe.

Wo kauft ihr liebe Dresdner eure fairen Klamotten?

Sonstiges

Unsere Regionalwährung der Elbtaler kommt voran. Im Moment müssen 5000 € gesammelt werden, damit die Scheine gedruckt werden können. Und es braucht Unterstützer. Da ich nicht vorhabe, weg zu ziehen, muss ich da wohl mal etwas Zeit reinstecken.

Naturbaustoffe gibt es übrigens auch. Sogar ein Haus mit Mondphasenholz. Ein Gespräch mit dem Herrn Rietz war höchst angenehm. Falls ihr jetzt fragt, wozu man Mondphasenholz braucht, nun wie wäre es damit?

holzhaus

Wenn ihr erratet wo es diese Häuser gibt, kennt ihr euch mächtig gut aus! Mondphasenholz verzieht sich laut Hörensagen kaum.

Wer von euch Lehmbaustoffe braucht, sollte mal bei lehmix.de vorbeisurfen. Deren Webseite war auf einem Schild im Wesenitztal verzeichnet. Tolle Sache, was ich dort gesehen habe. Nur muss man für solch einen Lebensstil was ordentliches gelernt haben und nicht nur mit Ideen Bits und Bytes durch die Kante schieben.

Fazit

Es tut sich was im Sachsenlande. Öko und Fair boomen, wobei es die kleinen Leute sind, die die Sache stemmen. Persöhnlich würde ich mir aktive Vernetzung (auch der Webseiten) untereinander der Nachhaltigkeitsförderer wünschen, aber wir alle haben viel um die Ohren in diesen stürmischen Zeiten.

Achja, für Anmerkungen und Fragen freue ich mich wie immer sehr.

Die URLs sammle ich bei Gelegenheit mal auf einer statischen Seite hier im Blog. Ich bin ja mal gespannt, was Google mit diesem Artikel so macht.

Nachtrag: In den Holzmedien findet man solche Infos gar nicht. Andere Lokalblogger beschäftigen sich zum Teil mit anderen wichtigen (190 Kommentare!!!) und unwichtigen (link fixed) Dingen.

Quelle: http://marcelschweder.wordpress.com/

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10 Kommentare zu Aktuelles rund um fairen und biologischen Handel in Dresden

  1. Elbnymphe sagt:

    Schade, daß Du hinsichtlich der wichtigen und unwichtigen Dinge, mit denen sich die Lokalblogger beschäftigen, in der Verlinkung nicht unterschieden hast – so bleibt es ein mühseliges, wenn nicht gar müßiges Ratespiel, was Dir wichtig und unwichtig erscheint … 🙂

    Und was hat nun der gute CFD mit all dem hier zu tun? Ich wage eine Deutung: Das romantische Ich, das auf die Natur als das Andere blickt, mit dem man sich jedoch ein Eins-Sein wünscht, ist vielleicht der Prototypus eines nachhaltigen Bewußtseins?

  2. Stephan sagt:

    Oh bei den letzten Links ist mir ein Fehler unterlaufen. Den behebe ich mal. Peinlich.

    Die Bildstimmung sollte eher auf die stürmischen Zeiten hindeuten. Mit Romantik hat das gar nix zu tun. Aber mit dem Eins-Sein schon. Schließlich muss man sich als Teil der Natur verstehen und somit auch seine Verantwortung erkennen und „leben“.

  3. Alex sagt:

    Ach Mensch Stephan! Ich weiß gar nicht, ob wir uns nun geehrt oder geschmäht fühlen sollen, als glänzender Vertreter der Unwichtigkeit in Deinem Nachhhaltigkeits-Blog per Link Erwähnung gefunden zu haben. :o)Erst mal danke dafür und nichts für ungut. Du hast ja nur ne eigene Feststellung getroffen.

    Wir jedenfalls würden keinen Blogger öffentlich in einem eher negativen Licht erscheinen lassen, nur weil er andere Thematiken, Ansprüche oder eine andere Herangehensweise hat oder verfolgt, welche sich nun mal nicht der wissenschaftlich unterlegten Weltverbesserung verschrieben hat. Kann man sowas denn akzeptieren?

    Ein wenig Toleranz kann man doch im Sinne eines „nachhhaltig“ guten Verhältnisses unter (uns Dresdner) Bloggern erwarten oder?

    Fanden wir von Dir eben nicht fair!

    Gruß Alex

  4. Stephan sagt:

    Warum sollte ich die Dresdner Bloglandschaft nicht persönlich beurteilen dürfen? Ihr dürft bei euch drüben oder hier genauso gern über die Umgebungsgedanken urteilen.

  5. Alex sagt:

    Darfste doch! Und ich darf mich bissel drüber ärgern, weils etwas befremdlich war, zumal man sich ja (virtuell) ein wenig kennt, wenn auch nicht immer einer Meinung). Passt schon…

  6. Elbnymphe sagt:

    Zum Thema Nachhaltigkeit und Mode gibt es ein Projekt, daß sich auf originelle Weise mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit in der Mode beschäftigt. Die Autorin des Blogs „The Uniform Project“ beschließt, 365 Tage lang ein und dasselbe Kleid zu tragen (sie besitzt es in siebenfacher Ausführung) und es mit selbstgemachten oder second-hand Accessoires unterschiedlich zu stylen. Das Ganze wird fotografisch dokumentiert. Gleichzeitig unterstützt sie damit ein Grassroot-Projekt in Indien.

  7. stefanolix sagt:

    Das ist nicht neu. Steve Jobs (von Apple) soll sich jeweils einmal eine Sorte schwarze T-Shirts und Rollkragenpullover zugelegt haben. Und seine Jeans sind auch uniform 😉

    Würdest Du das auch schaffen, was die Frau da mit ihrem einen Kleid macht?

  8. Elbnymphe sagt:

    Haha, Scherzkeks, darüber mußte ich ja jetzt wirklich lachen.
    Was Deine Frage anbelangt: das Projekt wäre sowas von „mein Ding!“ 🙂

  9. Pingback: Umgebungsgedanken » Blog Archiv » Frage der Woche: Wo gibt es in Dresden faire Textilien?

  10. Zocher sagt:

    mmer wieder werden in den Supermärkten die Taschen zu Unrecht kontrolliert, ohne jegliche Erlaubnis. Der Einzelhandel soll das nicht, um in die Privatsphäre des Kunden nicht einzugreifen. Die Tatsachen werden von ihnen verdreht, weil der Kunde meist diesen Konzernen sowieso schon ausgeliefert ist, das ist Teil eines unfairen Handels, der Armut ausbeutet auch hier in Europa Vermögenden hilft. Die Läden sind ja bereits schon mit Kameras überwacht, deshalb ist eine zusätzliche Kontrolle der Tasche überflüssig. Schade, dass sie nicht mehr Vertrauen haben zur Kundschaft, und einige Leute von ihnen zu Unrecht angegriffen werden.

    Weitere Tricks:
    Im Laden wird ein günstigerer Preis von ihnen selbst ausgeschildert z.B. als angebliches Sonderangebot. An der Kasse aber wird oft der Original Preis versucht abzurechnen. Hinter einem eine lange Schlange, so dass es natürlich schwer fällt das überhaupt anzusprechen, oder man hat keine Zeit und ist in Eile. Besser ist auch immer man hat den Betrag passend, weil sonst stimmt es vielleicht nicht. Ware muss man auch noch nach prüfen, weil sonst fehlt was. Für Kranke und Behinderte ist diese Situation problematisch.

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