Kurzbericht von der Haus 07 – einer Messe um den Hausbau in Dresden

Ich habe die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und war mal wieder auf der Messe. „Haus“ war der Name der Veranstaltung.

Als erstes hab ich einen Vortrag zum Holzpelletheizung auf Video aufgezeichnet. Der ist hier später zu sehen. Ich muss erst wieder einen Firewire-Anschluß treffen. 😉

Dann wurde die Halle mit den Erneuerbaren Energien besucht. Da waren unglaublich viele Bauernfänger unterwegs. Solarzelle dort, Wärmepumpe hier, Öfenbauer dort, … . Wirklich überzeugt haben da wenige Aussteller. Viele wollen den Ostdeutschen mit ihren relativ neuen Heizungen einfach nur Quark aufschwatzen. Aber naja. Aber der Kachelofenbauer mit seinen tonnenschweren Geräten war cool. Jetzt weiß ich, was der Reto unter Kachelofen versteht.

Nicht so kompetent, war eine Frau an einem Photovoltanikstand. Die konnte absolut keine Aussage zur Entsorgung/Recycling von Solarzellen machen, das hat mich einfach mal so interessiert. Elektroschrott sei das, und damit Sache des Herstellers.

Cool war das Gespräch am Stand des Landesumweltministeriums. Die gute Frau dort antwortete tatsächlich auf meine Frage, ob die anderen Ministerien kein Gefühl für Nachhaltigkeit haben mit „Ja“.

Ansonsten gab es nicht so viel zeitgemäße Lösung für städtisches Bauen. Dresden mit seinen vielen Brachen könnte da durchaus alternative Flächen zum grünen Speckgürtel bieten. Naja, ansonsten gab es unter anderem auch noch die gute alte Handwerkskunst zu sehen.

Ach ja: Wirklich viele Leute kommen mit dem Auto dort zur Messe und informieren sich dann zu Erneuerbaren Energien. Da lugt die Doppelmoral um die Ecke. Ansonsten waren einige Autofahrer nicht in der Lage, zivilisiert zu parken und die drei Schritte mehr vom Parkplatz zu laufen. So wurde unter finsteren Umständen der Rasen im „Recreation Space“ zerfahren. Ich wäre fast geplatzt.

PS: Ich war nicht dort, um mir Optionen für Häuslebauen anzusehen. Wohnen im Mehrparteienmietshaus ist nämlich auch ganz nett. Schade ist nur der langweilige Garten hinten dran (und die seltsamen unkommunikativen Bewohner).

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Mandeville-Paradoxon

In seinem Hauptwerk, der Bienenfabel, hat Bernard Mandeville die provozierende These aufgestellt, dass nicht die Tugend, sondern das Laster die eigentliche Quelle des Gemeinwohls sei. Die zugrundeliegende Erkenntnis, dass individueller Nutzen nicht mit globalem Nutzen identisch sein muss, bildet ein wichtiges Theorem der Ökonomie, das nach ihm auch Mandeville-Paradox heißt. Quelle: Wikipedia

Was man so alles finden kann.

„Da auf der ganzen Erde ein Fluch liegt und kein Brot zu haben ist ausser dem, was wir im Schweisse unseres Angesichts essen, muss der Mensch eine riesige Arbeit leisten, ehe er sich als Einzelwesen mit den lebensnotwendigen Dingen versorgen […] kann. Doch unendlich viel mehr ist erforderlich, um das Leben in einer zivilisierten Gesellschaft angenehm zu machen […]. Aus dem Gesagten wird klar, dass in einer freien Nation, wo Sklaven nicht erlaubt sind, der sicherste Reichtum in einer grossen Zahl arbeitsamer Armer besteht. […] Um die Gesellschaft gluecklich und die Menschen unter den bescheidensten Umstaenden zufrieden zu machen, ist es erforderlich, dass eine grosse Anzahl von ihnen nicht nur arm, sondern auch unwissend ist.“ Quelle… Die Bienenfabel oder Private Laster als gesellschaftliche Vorteile (von Bernard Mandeville), Muenchen 1988, S. 272, 274 (englisches Original: London 1732), schamlos vom ecofreak kopiert

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Sozialtheorie mit zur Grundausbildung eines modernen Menschen gehören sollte. Es gibt auch noch einen interessanten Dialog zu dem Thema im Netz zum Lesen.

Und nach einigem Suchen habe ich auch das Gedicht „Die Bienenfabel“ im WWW gefunden. Hier die erste Strophe:

 

Der unzufriedene Bienenstock

oder

Die ehrlich gewordenen Schurken

 

Ein Bienenstock., dem keiner sich
An Macht und Reichtum sonst verglich,
Des fleißige, wohlgenährte Scharen
Geehrt in Krieg und Frieden waren,
War als das rechte Heimatland
Von Kunst und Wissenschaft bekannt.
Wenn die Parteien auch Streit geführt,
Ward doch das Ganze gut regiert;
Nie hat der Pöbel wild geknechtet
Das Volk, nie ein Tyrann entrechtet,
Durch Könige, deren Macht beschränkt,
Ward es mit milder Hand gelenkt.

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Frust

Da blubbert eine kleine Meldung durch den Medienmarkt und ich ärgere mich. Es geht darum, dass sich die Bundesregierung 6 neue Flugzeuge kaufen will.

Vielleicht sollen das ja die neuen Sexflugzeuge werden? Aber Spaß beiseite.

Beim Lesen denkt man, warum brauchen die denn neue Flugzeuge? Sucht man etwas im Netz, findet man eine mögliche Antwort: Ersatz von anderen Altfliegern. Ich hingegen dachte sofort an einen medienwirksamen Coup der Regierung, wie man sich von den dicken Dienstwagen löst. Einfach mit einem kleinen schnuckeligen Ökoauto (zum Flughafen) fahren und dann mit dem Learjet durch die Republik düsen. Quasi ein bissel Kasperletheater fürs Volk machen.

Aber ganz so durchsichtig ist es wohl doch nicht. Deshalb noch ein paar Gedanken dazu: Warum braucht die Bundesregierung überhaupt so viele Flugzeuge? Präsident und Kanzler_in könnten sich eine Maschine teilen und der Außenminister bekommt auch noch eine. Sense. Warum muss man denn so um den Erdenball herumdüsen? Ach ja, ich vergaß: Rohstoffe und Energie kommen ja von „jwd“her (janz weid draußen, sächsische Mundart). Da muss man vorsorgen, damit man für die Zukunft als Exportweltmeister vorsorgen kann. Und natürlich müssen die Grenzen von Deutschland ja auch am Hindukusch verteidigt werden. Blabla. Ich kann es nicht mehr hören.

Und noch was kommt hinzu: Deutschland kann sich ja nicht einmal selbst versorgen. Nach gut 2/3 eines Jahres ist Deutschland auf Importe angewiesen, damit es weiter wurschteln kann. Natürlich beruht unser Wohlstand auf der Wirtschaftskraft von unserem Land, aber auf der anderen Seite würde ich auch gerne Textilien aus der Heimat kaufen können. Vielleicht nicht aus Baumwolle, aber vielleicht aus Hanf.

Mir geht dieser ganze Zirkus langsam auf die Nerven. Alle hetzen sie herum, aber keiner nimmt sich Zeit für sich selber. Und dann lungern noch die Jugendlichen hier im Viertel am Stadtteilzentrum herum und werden dort Bierflaschen kaputt. Vielleicht ist ja doch was an der Pisa-Studie dran? Und in der Zeitung steht, dass EU-Experten um die Lebensqualität in Europa fürchten. Und so weiter und so fort.

Hat denn hier noch jemand einen Plan, wohin man will? Gibt es denn überhaupt eine Vision, deren Anpeilung sich lohnen würde? Ich für meinen Teil würde (m)eine Vision im Kurzen so schildern:

  • Nachhaltige Lebensweise
  • Regionale Versorgung und Wertschöpfung
  • Sparsamer überregionaler Handel (hier wächst nun mal NOCH keine Baumwolle, 😉 )
  • Friede auf Erden
  • Erhöhung des Bildungsniveaus
  • Reduzierung von Arbeit, um Selbstverwirklichung zu ermöglichen
  • buntes Kulturtreiben
  • Erhaltung von altem Wissen
  • Nutzung früherer Erfahrung

Ach genug, geträumt. Ich beende mal lieber dieses Frust-Posting, bevor hier noch was schief geht.

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4. Web Montag in Dresden

Ich hätt wieder Lust das zarte Pflänzchen „Web Montag Dresden“ zu päppeln. Gibt es also Dresdner Internetnutzer, die Lust haben, sich im März zu treffen?

Ich hab erstmal 2 Termine zur Auswahl gestellt. 12. und 19. März, jeweils Montag. Vielleicht finden wir ja wieder einen Termin und alles weitere wird sich klären.

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Wieviel Ressourcen verbraucht mein Blog?

Die große Frage die mich schon länger bewegt ist diese: Wieviel Ressourcen verbraucht mein Blog?

Nun ist es ja so, dass ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit intensiver auseinandersetze und auch versuche nachhaltiger zu leben. In erster Linie verwandele ich Lebensmittel, Luft(Sauerstoff) und Wasser, um meine Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Hinzu kommen eben die ganzen angenehmen Dinge des Lebens, die ich auch verbrauche. Genau genommen verbrauche ich nichts, sondern wandele durch mein Verhalten Stoffe (sind auch Energien, E=m*c²) und Energie um. Der erste Hauptsatz der Thermodynamik besagt ja, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden kann.

Nun möchte ich aber den Energieverbrauch meines Blogs in Erfahrung bringen. Am einfachsten wäre es natürlich, wenn mein Webseitenbereitsteller (web space provider) mir dies mitteilen würde. Freiwillig macht er das aber nicht. Also habe ich nachgefragt. Ich zitiere aus der Antwort:

Die von Ihnen betrachteten Themen sind zweifellos sehr interessant. Leider kann ich Ihnen zu den Detailfragen keine eindeutigen Antworten geben. Einerseits sind diese als Grundlage unserer Kalkulation natürlich intern, andererseits existieren nicht über alle Details Erhebungen und damit aussagekräftige Daten.

Ein Rechenzentrum ist ökologisch gesehen natürlich alles andere als eine grüne Sache: Stromverbrauch für Hardware, Wärmeerzeugung durch Hardware, Stromverbrauch für Klimaanlage zur Kühlung, Bereitstellung von Notstromressourcen … um nur einige Faktoren zu nennen. Beim Verhältnis des (technisch-ökologischen) Aufwandes zum (möglicherweise menschlichen) Nutzen ist es sehr schwierig Werte zu ermitteln. Weitere Aussagen sind an dieser Stelle leider nicht möglich.

Anfänglich war ich über diese Antwort enttäuscht, hat sie doch mein Wissensdurst überhaupt nicht befriedigt. Jedoch lag die E-Mail nun gut zwei Monate in meinem Kopf herum und die Enttäuschung über meinen Dienstanbieter hat sich eine Enttäuschung über die Gesellschaft gewandelt. Warum das so ist, erkläre ich gerne.

Wir, die aufgeklärte, moderne und umweltbewusste Informationsgesellschaft von heute, fordern keine transparente und nachvollziehbaren Informationen über Ressourcenkreisläufe ein.

Was meine ich damit? Wenn ich in den Wald gehe und von einer Kiefer einen (Ast-)Quirl abbreche und zu Hause zum quirlen verwende, dann weiß ich ganz genau, woher mein Werkzeug stammt. Er stammt vom Baum und es dauerte 20 Jahre, bis das Werkzeug so fertig war. Ich selber brauchte nur einen Spaziergang machen und den Ast abzubrechen, um ein neues Werkzeug zu verwenden. Damit weiß ich zwar nicht, wieviel Nährstoffe, Wasser, Kohlendioxid und Sonnenwärme der Baum zum wachsen verbraucht hat, aber ich weiß zumindest etwas. Ein Biologe kann die Zahlen ausrechnen.

Bei Autos wird zwar der Verbrauch angegeben, aber nicht die verbrauchten Mengen Energie und Stoff, die zur Herstellung benötigt wurden. Wie kann ich also entscheiden, welches Auto ökologischer ist? Wenn der Mehraufwand für ein Hybridauto sich vielleicht erst nach 1 Mio. gefahrenen Kilometern rentiert, dann sollte das eben auch klar und deutlich vermerkt sein. SteffenH hat mal darüber geschrieben.

Wenn wir nämlich volle Information einfordern würden, dann könnte ich auf der Herstellerwebseite bzw. Anbieterwebseite nachschlagen, welchen Einfluß jedes Produkt und jede Dienstleistung in den natürlichen Kreislauf haben. Man könnte den ökologischen Fußabdruck eben genau bestimmen und über dessen Ausmaß eine ökologische Kaufentscheidung treffen. Das kann ich aber nicht, weil wir alle das nicht einfordern. Oder hat schon mal jemand einen Aufkleber an seinem IPod gesehen, wieviel Material da verbaut wurde?

Ihr seht schon, ich schweife ab. Aber das ist nötig, um meine Motivation zu hintermauern. Ich will mir meines Handelns bewusst sein und kapituliere täglich mehrmals vor meiner Unwissenheit. Wieviel Energie verbraucht nun also mein Blog?

Meine Recherchen im Netz zu dem Thema waren auf die Schnelle nicht sehr erfolgreich, aber immerhin habe ich etwas dazu gefunden:

31 Euro für einen so kleines Angebot? Das ist eine ganze Ecke mehr, als das was ich zur Zeit zahle. Ich zahle irgendwie um die 4 €/Monat für 1 Domain, 100 MB Speicherplatz und 15 Gig Traffic und fahre sehr gut damit. Nur leider eben nicht nachhaltig. 🙁

Dann wollen wir mal schauen, was unsere Vorzeigehoster in Deutschland so zu bieten haben.

  • Strato hat 7 goldene Regeln, Nachhaltigkeit ist dort kein Thema.
  • united internet (1&1, gmx, web.de) versagt auch. Die Suche dort liefert null Treffer zum Thema Nachhaltigkeit. Dafür haben sie was fürs gute Gewissen und helfen der Unicef! Ablasshandel modern!
  • 1blue hat die Farbe Blau im Design, aber auch nichts für unseren blauen Planeten übrig.

Kurzes Zwischenfazit: Geile Preise und schnelles Internet haben sie alle. Nachhaltig wirtschaften können oder wollen die alle nicht. Ob das alle totale Öko-Muffel sind? Scheint so, zumindest schmückt sich keiner damit, an die Natur zu denken. Dabei fällt mir der 1&1-Chef ein. Der hat doch ne dicke Yacht und geniesst Segelwettfahrten auf den blauen Ozeanen. Vielleicht denkt er ab und an den Energieverbrauch seines Unternehmens.

Jetzt könnte ich natürlich eine Milchmädchenrechnung machen (1 Server, 150 Watt, 500 Kunden, 50 Watt Klima = 4 Wh / Kunde), aber das führt wohl nicht weiter. Dazu kommen ja noch Backup, Router, Glasfasernetz, DE-CIX, DSLAM usw.

Nun bin ich am Ende des Artikels angelangt, aber noch nicht schlauer. Vielleicht sollte ich mir ja einen Mini-PC in den Keller stellen, mein Blog darauf tun, den Mini-PC an eine Autobatterie klemmen und Solarzellen aufs Dach werfen? Dann wüsste ich jedenfalls, dass mein Blog kein Strom im Betrieb verbraucht. Aber die Ausfallwahrscheinlichkeit wäre deutlich höher. Eines weiß ich aber ganz genau: Ich bleib an dem Thema „grüne Kommunikation“ dran und Ihr werdet demnächst wieder etwas dazu lesen können.

PS: Für Tips, Anregungen, URLs und Kritik wäre ich sehr dankbar!

Anmerkung: Die IBM macht sich Gedanken zu dem Thema. Deutschland ist EU-Ratspräsident und will mehr Energieeffizienz. Vielleicht sollten wir alle Klowände im Netz abreißen und nur die Blogs übrig lassen, die wirklich wichtig sind?

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