Gedanken zur Umgebungslärmrichtlinie

Heute laß ich einen Artikel zur Umgebungslärmrichtlinie bei der DNN. Es geht darum, dass diese EU-Richtlinie in nationales Recht übertragen wurde und nun auf ihre Umsetzung harrt. Weiteres kann man auf der Webseite des LfUG (Landesamt für Umwelt und Geologie) nachlesen. Grundsätzlich geht es um die Installation von Lärmminderungsmaßnahmen bei Strassen, auf denen mehr als 16 000 Kfz pro Tag rollen.

Nun soll im ersten Schritt eine sächsische Lärmkarte erstellt werden. Der Freistaat hat von seinem Kompetenzrecht Gebrauch gemacht und die Aufgabe an die Kommunen weitergeleitet (so wie es der Bund vorsieht, jedoch kann das Land die Aufgabe auch übernehmen). Es wird seitens des Freistaates empfohlen, dass die Gemeinden sich lose zusammenschliessen und die Aufgabe gemeinsam angehen. Und genau das wollen die Kommunen nicht tun. Jede Gemeinde müsste ihrerseits ein kompliziertes Prozedere durchführen, gerade an den Gemeindegrenzen. Ich will das mal in einer Skizze visualisieren.

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So sieht der Prozess aus. Nur hakt es eben am roten Pfeil. Und der Grund ist offensichtlich. Denn Strassen verbinden Gemeinden miteinander. Gerade grössere Strassen verbinden gerne mal grössere Gemeinden oder durchqueren kleinere Gemeinden. Strassen queren also Gemeindegrenzen und bilden grössere Strukturen. Diese Strukturen könnte man eher als landesweit bzw. bundesweit verstehen. Um es kurz zu machen, Strassen überqueren Gemeindegrenzen und ebenso der damit verbundene Strassenlärm.

Und jetzt soll jede Gemeinde für sich kämpfen und die Lärmkarten erstellen. Dazu muss wieder Software beschafft werden, der ganze Aufwand fällt für jede Gemeinde eben an. Und jetzt die Frage: Warum regelt man sowas nicht zentral? Das Land empfiehlt den Aufbau von horizontalen Strukturen auf einer Ebene, die eigentlich auf seiner Ebene liegen. Das Land ist doch die verbindende Ebene, es ist die darüberliegende Struktureinheit. Es müsste nur die Daten sammeln und verknüpfen und schon wäre die Karte fertig. Das die Gemeinden vor Ort die Daten liefern, das verstehe ich ja noch. Die haben ja die Verkehrszähleinrichtungen (oder stellen jemanden hin).

Aber was ich nicht verstehe, warum die Karte dann nicht gleich zentral erstellt wird. Nur weil das Land einen bruchteil der tatsächlich anfalllenden Kosten sparen will, brüdet es den Gemeinden ungleich mehr Kosten auf (in der Gesamtheit)? Jede Gemeinde muss sich mit jeder umliegenden betroffenen Gemeinde abstimmen. Das verursacht doch einen ungleich höheren Aufwand, als den ganzen Prozess zentral zu handhaben.

Scheinbar wird auf Effizienz keinen Wert gelegt. Na dann wünsche ich mal fröhliches Verschwenden von Kraft und Ressourcen. Der Bürger bezahlt es ja. Willkommen in Schilda!

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Warum wir regional handeln sollten

Auf Spiegel Online gibt es einen sehr schönen Artikel, der die Entwicklung von Löhnen im Zusammenhang mit der Globalisierung darstellt. Ich empfehle wirklich diesen Artikel zu lesen, da er meiner Meinung genau dorthin zeigt, wohin wir uns momentan hinbewegen. Abwärts! Unsere Arbeit wird immer weniger Wert, da es doch andere gibt, die diese viel billiger verrichten.

Das ganze Problem könnte man zumindest eindämmen, wenn man vor Ort eine maximale Wertschöpfung betreiben würde. Wohin das geführt hat, kann man in der deutschen Geschichte eindrucksvoll erkennen. Meine Heimatstadt Dresden erstrahlte vor 75 Jahren in einem Prunk, den man heute nur schwer beschreiben kann. Ja der ganze sächsisch-schlesische Wirtschaftsraum entwickelte sich rasant.

Doch anstatt an diese Tradition anzuknüpfen, lässt man sie abtropfen und verlagert Arbeitsplätze woanders hin. Das bringt zwar anderen Teilen der Erde den fairerweise ebenso zustehenden Entwicklungsschub, doch was wird aus uns? Ich frage nicht deshalb, weil ich den Chinesen ihren Fortschritt nicht etwa zugestehen möchte. Nein, ich frage wie wir als Europäer in Zukunft Werte erhalten und schaffen können. Wenn unsere Einkommen nämlich sinken, dann verringert sich unsere Fähigkeit auf dem selben Stand wie bisher weiter zu leben.

Man sieht es an der Kultur, Orchester werden zusammengelegt, Theater geschlossen. Vor hundert Jahren hat das doch auch alles funktioniert. Sicher hatten damals viele Leute deutlich weniger als heute, aber es hat sich doch entwickelt. Daher bin ich der Meinung, dass unser Zukunftspotential nicht in der Ferne liegt, sondern hier vor Ort. Vor unseren Haustüren. Besonders gut zeigen das auch die ganzen regionalen Komplementärwährungen zum Euro.

Und was China angeht, so wünsche ich keinem Europäer dort auf dem Lande zu wohnen. Die Verhältnisse sind dort so ärmlich, dass die Dörfer eher ins Mittelalter passen würden, als ins 21. Jahrhundert. Die Entwicklung in Asien ist in Gang gekommen, doch wird es Zeit wieder an seine Heimat zu denken. Falls die Bonusmeilensammler in Nadelstreifen (Manager) nicht mehr wissen wo ihre Heimat ist (und wo sie auch Steuern zahlen sollten), dann brauchen sie nur mal auf ihren Personalausweis zu schauen. Dort steht es geschrieben.

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Reis, Reis, Bayer (Aventis), Genreis

Genreis hier, Genmais dort, Gensoja woanders und Genauberginen wieder woanders. Die Namen dahinter sind allesamt bekannt, zum Beispiel könnte man nun Bayer (hat Aventis 2001 gekauft), Monsanto oder Pioneer nennen, aber es gibt sicher weitere. Aber höchst wahrscheinlich haben diese Konzerne die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt ist die Natur und die kümmert sich in ihrer unnachahmlichen Art um Vermehrung, Kreuzung, ja man könnte sagen um den biologischen Drang der Artenvielfalt. Es mischt sich, was (nicht) zusammenkommen soll.
Die Quintessenz der ganzen Natürlichkeit ist, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel in unsere Nahrungskette gelangen. Wir in Westeuropa bräuchten diese aber Wirtschaftlichkeitsgründen erstmal nicht. Unsere Landwirtschaft ist so produktiv, dass wir Flächen stilllegen können und sogar Getreide als offizielles Brennmaterial anmelden wollen. Die Lebensmittelfabriken produzieren genug Überschuss, deren Ausmaße eigentlich keinem bekannt sind. Und nun vernichten wir auch noch (amerikanischen und chinesischen) Reis.

Jetzt könnte ich auch noch ein Bild von einem hungernden Kleinkind zeigen, aber ich denke, das ist nicht nötig. Man könnte meinen, wir hätten einen faustischen Pakt mit dem Teufel geschlossen. So soll es uns zu Lebzeiten prächtig gehen, was kümmert uns die Zeit nach unserem Tode? Zu allem Verdruss gibt es noch nichtmal eine verständliche Kennzeichnungspflicht, wenn Lebensmittelkomponenten (so heissen jetzt Zutaten in der Lebensmittelindustrie) mit Gentechnik hergestellt werden. Ich als Verbraucher wünschte mir ein ganz einfaches Label, auf dem ein ja oder nein steht. Damit könnte ich feststellen, ob irgendwo mit Gentechnik gearbeitet wurde oder nicht. Aber so ein einfaches Kennzeichnungssystem steht uns Bürgern ja scheinbar nicht zu, kompliziert muss es sein. Vielleicht sollte man mittlerweile nicht die gentechnisch modifizierten Nahrungsmittel kennzeichnen, sondern nur die komplett gentechnikfreien Lebensmittel? Das dürfte vielleicht sogar einfacher sein und immer einfacher werden, da die Natur schon dafür sorgen wird, dass sich die neuen „künstlichen“ Gene irgendwie verbreiten.

Das Vertrauen in irgendwelche Institutionen ist bei mir jedenfalls nicht mehr vorhanden. Vor allem die Politik macht nicht den Eindruck, als könnte sie souverän irgendein Problem meistern. Die Apparate versumpfen im Bürokratie-urwald und produzieren immer kompliziertere Normen und Regeln. Und am Ende wundern sich alle, wenn nur noch 50% Wahlbeteiligung herrscht. Wer ist denn da noch motiviert, sich in dieses Chaos zu stürzen und für Ordnung zu sorgen. Ich jedenfalls hätte wenig Lust, diesen Scherbenhaufen anzufassen. Da schneidet man sich entweder in die Finger oder die Scherben zerspringen beim Anfassen zu Glasstaub, den man nur noch mit dem Staubsauger beikäme. Aber wer will schon gross rein machen?

Mal sehen, ob wir irgendwann Bilder von der Zerstörung des Reises sehen. Das sollte in unserer bunten Medienwelt doch hinzubekommen sein.

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Politischer Schlingerkurs am Beispiel (Energieprojekt Sachalin II) demonstriert

Letzte Woche erschien auf der Greenpeace-Webseite eine Nachricht, die besagt, dass der Bundestag dem Finanzminister grünes Licht für die Geldfreigabe eines 400 Mio-US$ Kredits gab. Dieser Kredit will die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE, bei Wikipedia) einem Firmenkonsortium gewähren, welches auf der Insel Sachalin die Öl- und Gasvorkommen ausbeuten will. Dieses Konsortium firmiert unter dem Kürzel SEIC und betreibt auch die Webseite www.sakhalinenergy.com . Konsortiumsmitglieder sind Shell, Mitsui und Mitsubishi. Bis 1991 war die Insel Sachalin militärisches Sperrgebiet, doch mittlerweile scheint es ein Traum für die Energiewirtschaft zu sein, da dort in der Region ähnliche grosse Gas- und Ölfelder wie in der Nordsee erwartet werden.

Folgendes Bild zeigt einen Überblick über das dortige Projekt.

Karte

Damit das ganze nicht so schemenhaft bleibt, gebe ich gleich noch einen Link für Google Maps mit an. Darauf sieht man das“ Oil Export Terminal“ im Bau. Vor allem sieht man wie sich der Bau auf auf das Meer auswirkt und dort menschenbedingte Schwebeteilchen das Meer eintrüben. Das wird wieder weggehen, aber irgendwelche Abwasserrohre sieht man aus dem All jedoch nicht.

Damit das Öl und Gas vom Norden der Insel bis zur eisfreien Bucht im Süden kommt, müssen mehrere hundert Kilometer Landschaft mit Pipelines durchzogen werden. Ungünstigerweise liegt die Insel genau im biologisch sensiblen Übergangsgebiet zwischen Dauerfrost und jahreszeitlich geprägter Landstrichen, wo viele Sümpfe und Flüsse die Landschaft prägen. Ausserdem verringert der sowieso schon harte Winter die biologische Regenerationsfähigkeit sehr stark. Grössere Bauprojekte sind dort immer mit einem erhöhten Risiko verbunden, besonders Pipelines die wie letztens in Alaska gerne mal auslaufen. Gerade die Materialbenanspruchung dort ist enorm, da dort Durchschnittstemperaturen von bis zu minus 35 °C herrschen. Hinter diesem Link kann man sehen, wie eng die Ölleitungen an der Küste verlaufen. Bleibt zu hoffen, dass dort nichts ausläuft.

Das SEIC scheint leicht überfordert zu sein, da sich die Invesitionskosten für dieses Projekt von 10 Mrd. US$ verdoppelt haben. Also reicht die Kohle nicht und andere Geldquellen müssen angezapft werden. Und da kommen dann Banken wie die EBWE ins Spiel. Die EBWE ist eine nationale Gesellschaftsbank, deren Gesellschafter also Nationalstaaten sind. Diese haben das Ziel marktwirtschaftliche Investitionen im ehemaligen Ostblock zu unterstützen. Ein Blick in die Liste der in Russland unterstützen Projekte zeigt zum Beispiel, dass die Dänen eine Kaugummifabrik bauen wollen, Danone unter anderem Wasser vermarktwirtschaftlicht und eben auch Energieprojekte finanziert werden. Jetzt kommt es also zu folgender Konstellation: Bürger wählt -> Bundesregierung ist beteiligt -> EBWE finanziert -> (unter anderem) ökologisch kritische Privatinvestitionen. Zumindest vom Prinzip her sollte das so sein.

Zusätzlich wollen wir mal noch ein Blick in ein ebenso interessantes Dokument der Bundesregierung werfen, eine Arbeitsübersetzung der Globalen Herausforderungen im Bereich Energie, die am 17. Juli 2006 in St. Petersburg (G8-Treffen) veröffentlicht wurde (G8-Erklärung zur Energiesicherheit).

Zuerst die Herausforderungen:

• hohe und volatile Ölpreise;
• steigende Energienachfrage (Schätzungen zufolge wird sie bis zum Jahr 2030 um mehr als 50% ansteigen, wobei sie zu 80% nach wie vor durch fossile Brennstoffe, also endliche Ressourcen, gedeckt werden wird);
• wachsende Importabhängigkeit vieler Länder;
• enormer Investitionsbedarf in der gesamten Energiekette;
• die Notwendigkeit des Umweltschutzes und der Bewältigung des Klimawandels;
• Verletzlichkeit der wesentlichen Energieinfrastruktur;
• politische Instabilität, Naturkatastrophen und andere Bedrohungen.

Dann kommt ein etwas allgemeines Statement, welches die grundlegende Marschrichtung vorgibt:

Wenn der politische Wille dazu vorhanden ist, kann die internationale Gemeinschaft die drei miteinander verbundenen Herausforderungen Energiesicherheit, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz wirkungsvoll angehen. Faire und wettbewerbsorientierte marktgestützte Antworten auf die globalen Herausforderungen im Energiesektor werden dazu beitragen, potenziellen Störfaktoren, die sich auf Energiequellen, die Energieversorgung und den Transit von Energie auswirken können, vorzubeugen und langfristig eine sichere Grundlage für die dynamische und nachhaltige Entwicklung unserer Zivilisation zu schaffen.

Nachhaltigkeit steht dort geschrieben. Und weiter geht es mit den Stichpunkten des Aktionsplanes aus diesem Dokument:

• Förderung der Transparenz, Berechenbarkeit und Stabilität der globalen Energiemärkte;
• Verbesserung des Investitionsklimas im Energiesektor;
• Steigerung der Energieeffizienz und des Energiesparens;
• Diversifizierung des Energiemix;
• Sicherstellung des physischen Schutzes der wesentlichen Energieinfrastruktur;
• Verringerung der Energiearmut;
• Bewältigung des Klimawandels und nachhaltige Entwicklung.

Schon wieder Nachhaltigkeit. Mal schauen worin das wirklich mündet:

8. Wir werden sowohl national als auch international Maßnahmen ergreifen, um mit folgen-den Zielsetzungen Investitionen in eine nachhaltige globale Energie-Wertkette zu erleichtern:

• weitere Energieeinsparung durch Maßnahmen auf der Nachfrageseite sowie Einfüh-rung moderner energiesparender Technologien;
• Einführung sauberer, effizienterer Technologien und Verfahren einschließlich Kohlenstoffabscheidung und –speicherung;
• Förderung einer breiteren Nutzung erneuerbarer und alternativer Energiequellen;
• Ausdehnung der nachgewiesenen Kohlenwasserstoffreserven in einer Weise, die ihre Erschöpfung hinauszögert und die Ausbeute von Energieressourcen steigert;
• Steigerung der Effizienz der Öl- und Gasproduktion und Gewinnung von Ressourcen aus dem Festlandsockel;
• Gewährleistung, Erweiterung und Verbesserung der Kapazitäten der ölverarbeiten-den, petrochemischen und gasverarbeitenden Industrie;
• Entwicklung des globalen Marktes für verflüssigtes Erdgas;
• Bau beziehungsweise Modernisierung der Infrastruktur für Energietransport und –lagerung;
• Entwicklung effizienter Stromerzeugungsanlagen;
• Erweiterung und Verbesserung der Effizienz, Sicherheit und Zuverlässigkeit elektri-scher Übertragungsanlagen und Stromnetze und ihrer internationalen Verbünde, gegebenenfalls auch in Entwicklungsländern.

Und hier hör ich jetzt mal auf das Dokument zu zitieren. Das Gesamtbild stimmt, bis auf den Fakt, dass die Nachhaltigkeit zwar dort drin steht, aber nicht gelebt wird. Weiter unten werden zwar in einem wesentlich kürzeren Absatz nochmal erneuerbare Energien genannt, aber eben nicht mehr. Wenn ich das Dokument ernst nehme, dann folgt daraus, dass wir so weiter machen wie bisher und zusätzlich in Zukunft für den weltweiten Schutz unserer über die Welt verstreuten Energiequellen eintreten. Das heisst, dass sicher auch bald deutsche Soldaten irgendwo Öl- und Gasanlagen sichern dürfen, weltweit wohlgemerkt.

Wie verzweifelt muss man sein, dass man Ölbohrinseln ins Eismeer baut und solche ökologisch bedenklichen Projekte am anderen Erdende finanziert? Wäre es nicht sinnvoller, hier vor Ort die benötigte Energie zu erzeugen und jeglichen unsinnigen Verbrauch zugunsten von Unabhängikeit und Sorglosigkeit zu beenden? Übrigens hängen da europäische Industrien ziemlich dick mit drin.

Auf jeden Fall finde ich es schade, dass der Zukünftige Pfad der Energieversorgung dieser sein soll. Zumindest von „oben“ scheint es keinen ernsthaften Willen zu geben, wirkliche Alternativen zu fördern. Mit den deutschen 400 Mio US$ hätte man auch viele kleine lokale Biomassekraftwerke bauen können. Aber wie heisst es so schön: Der schöne Schein trügt.
PS: Man muss nur Suchmaschinen mit den Begriffen Öl, Gas und Sachalin füttern. Dann findet man unter anderem folgendes:

PS: Der Antrag der SPD und CSU/CDU zur Durchführung der 400 Mio US$ Finanzierung ist hier zu finden: Link(pdf). Weiterhin ist die Videoaufzeichnung über die Abstimmung des Antrag da zu sehen: Link zum Video(real media, dsl).

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Frischfleisch

So…nachdem in den letzten Tagen jede Menge gammliges Fleisch durch die Medien gegeistert ist, will, nein muss ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Fleisch ist eines der edelsten Lebensmittel überhaupt. Edel deshalb, weil sehr viel Ressourcen in einem Kilo Fleisch stecken. So benötigt 1 Kilo Rindfleisch rund 15 kg Getreide und zwischen 10-20 Tonnen Wasser. Die Angaben schwanken je nach Quelle. Energetisch ist Fleisch nicht so wertvoll, da die Muskelzellen selber über keine grossen Energiespeicher verfügen. Meistens wird wohl die Beilage eines Fleischgerichtes (Mittagshauptmahlzeit) mehr zum Energiehaushalt des Konsumenten beitragen.

Und nun lassen wir diese edle Speise vergammeln bzw. ungeniessbar werden. Jedes Kilo dieser unbrauchbar gemachten Tonnen Fleisch hätte in seiner Nichterzeugung viel Wasser und Getreide für andere Verwendungszwecke zur Verfügung gestellt. Zumal in Teilen Afrikas Hunger herrscht und genau von dort Rinder nach Europa exportiert werden.

Ich will hier nicht den Fleischkonsum an sich in Frage stellen, dafür schmeckt es viel zu gut. Mal nebenbei angemerkt, isst jeder Deutsche im Schnitt 60 kg (!) Fleisch im Jahr. Aber mit Sicherheit haben sich die Ansprüche an die Fleischprodukte geändert. Einfachere Zubereitung oder dauerhaft gleiche Qualität sind gefragt. Natürlich muss es auch billig sein. Dass dabei Kompromisse gemacht werden müssen, scheint erst in gammligen Zeiten klar zu sein.

Eine Lösung Gammelfleisch zu verhindern, ist aber relativ einfach. Man kauft sich seine Fleischprodukte beim Fleischer um die Ecke. Der wird bei der Lagerung in seinem kleinen Kühlraum eine bessere Übersicht haben, als der Grosshändler, der die alten Paletten im Hochregal der Kühlhalle versteckt. Hier sei bemerkt, dass man seinen Fleischer fragen sollte, was er wirklich selber herstellt. Mancher Fleischer stellt seine Scheibenware nämlich nicht mehr selber her, sondern nimmt die billigere Ware aus Wurstfabriken ins Angebot, da er ja gegen Supermärkte konkurrieren muss. Hier zeigt sich auch deutlich der Wertverlust von Wurstwaren. Der Fleischer wird zum Händler und damit verliert seine Fähigkeit selber Wurst herstellen zu können, schlagartig an Wert.

Schlussendlich hat handwerkliche Qualität auch seinen Preis. Man kann eigentlich mit 1 € pro 100 g Frischfleisch rechnen. Manches kostet mehr, manches weniger. Wurstprodukte kosten dann eben mehr, je nach Aufwand eben. Falls man nun nicht mehr Geld ausgeben möchte, bietet sich gleich eine Reduktion des Fleischverzehrs an. Oder man kauft eben günstiges Fleisch vom Discounter für 2,99 €/kg.

Wie dem auch sei, jeder kann ja tun und lassen was er für richtig hält. Ich jedenfalls freu mich auf mein nächstes selber zubereitetes Fleischgericht (frühestens am Wochenende, wenn überhaupt). Das weiss ich woran ich bin, weil am Schaufenster des Fleischers die Quellen für seine „Rohstoffe“ transparent vermerkt sind.

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