Frage: Was würdet ihr machen, wenn eine Zeitung euer CC-nichtkommerzielles Foto abdruckt?

Mir ist in letzter Zeit was komisches passiert: Eine Zeitung hat eine Foto von mir abgedruckt. Das Foto war wie alle Inhalte hier im Blog mit der folgenden Lizenz versehen:

Creative Commons – by-nc-sa – Version 3.0

Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland

Sie dürfen:

  • das Werk bzw. den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen
  • Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigen

Zu den folgenden Bedingungen:

  • Namensnennung — Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.
  • Keine kommerzielle Nutzung — Dieses Werk bzw. dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.
  • Weitergabe unter gleichen Bedingungen — Wenn Sie das lizenzierte Werk bzw. den lizenzierten Inhalt bearbeiten oder in anderer Weise erkennbar als Grundlage für eigenes Schaffen verwenden, dürfen Sie die daraufhin neu entstandenen Werke bzw. Inhalte nur unter Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch oder vergleichbar sind.

Wobei gilt:

  • Verzichtserklärung — Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die ausdrückliche Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten.
  • Sonstige Rechte — Die Lizenz hat keinerlei Einfluss auf die folgenden Rechte:
    • Die gesetzlichen Schranken des Urheberrechts und sonstigen Befugnisse zur privaten Nutzung;
    • Das Urheberpersönlichkeitsrecht des Rechteinhabers;
    • Rechte anderer Personen, entweder am Lizenzgegenstand selber oder bezüglich seiner Verwendung, zum Beispiel Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen.
  • Hinweis — Im Falle einer Verbreitung müssen Sie anderen alle Lizenzbedingungen mitteilen, die für dieses Werk gelten. Am einfachsten ist es, an entsprechender Stelle einen Link auf diese Seite einzubinden.

Jetzt stellt sich für mich eine Frage: Darf eine Zeitung mein Foto mit obiger Lizenz so einfach abdrucken?

Zum einen ist eine Zeitung ein Wirtschaftssubjekt, welches selber das Urheberrecht berücksichtigen muss. Zum anderen kenne ich keine Bestimmung, die es Zeitungen erlaubt sich über Nutzungslizenzen hinwegzusetzen. Und drittens: Ich habe hier im Blog eine E-Mail-Adresse angegeben, die man bemühen kann, um einfach mal nachzufragen.

An die Zeitung habe ich eine E-Mail geschickt, mit der Bitte diese Lizenzverletzung zu kommentieren und eine konstruktive Lösung des Problems für die Zukunft zu finden. Bis jetzt ware ich auf Antwort. Mein Vorschlag wäre ja eine Namensnennung wie geschehen und einen Link auf die Quell-URL, auch in verkürzter Form.

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13 Antworten auf Frage: Was würdet ihr machen, wenn eine Zeitung euer CC-nichtkommerzielles Foto abdruckt?

  1. reaper sagt:

    Seh ich moralisch genauso wie du. Eine Zeitung die ihr Blatt verkauft und nicht verschenkt nutzt ja das Bild sogar kommerziell. Also in meinen Augen ein Verstoß gegen die Lizenz wenn du ihnen nichts anderes gesagt hast. Interessiert mich aber auch was die Zeitung dazu sagt, denn selbst wenn da keine Lizenz stehen würde wäre das Photo ja von deinem Urheberrecht geschützt. Bin ich mal gespannt.

  2. Horst sagt:

    Das Recht ist sicher voll auf Deiner Seite. Aber einen Anwalt einschalten halte ich für übertrieben. In der Regel ist eine Zeitung ja ein seriöser Geschäftspartner. Das mit den CC-Lizenzen ist halt schwierig. Wer das vom hörensagen kennt meint vermutlich, dass ist alles frei. Wenn Du dort einfach mal anrufst werden die sich vermutlich entschuldigen und normalerweise haben die auch ein Budget für Bilder.

  3. torsten sagt:

    Coole Sache erstmal, dass eine Zeitung eins Deiner Bilder abgedruckt hat. Was’n’das für ‘ne Zeitung?

  4. stefanolix sagt:

    An die Zeitung muss man mindestens ein Einschreiben mit Rückschein senden und hinterher noch mal anrufen, sonst passiert gar nichts ;-)

  5. eldersign sagt:

    @reaper: Ich möchte ergänzen: Auch kostenlose Zeitungen sind in der Regel kommerziell, da sie sich über Anzeigen finanzieren.

    @horst “In der Regel ist eine Zeitung ja ein seriöser Geschäftspartner” – Na da würde ich aber mal heftig widersprechen. Da hab ich mal ganz andere Erfahrungen.

    Insgesamt würde ich mal prüfen, ob die Zeitung in ihren Artikeln gegen die sgn. “Kostenloskultur im Internet” polemisiert und ob der Verlag in jenen Verbänden Mitglied ist, die in Berlin durch schmierige Lobbyarbeit dieses unsägliche Leistungsschutzrecht durchzusetzen versuchen. Sollte es solche Anzeichen von Doppelmoral geben (und die Wahrscheinlichkeit ist erfahrungsgemäß eher hoch), wäre der Gang zum Anwalt wohl doch anzuraten.

  6. Horst sagt:

    Schick eine Foto-Honorar Rechnung an die Zeitung. Da kommerziell genutzt, ist ein übliches Honorar fällig. In der Regel wird sogar das Doppelte Honorar fällig, wenn kein Einverständnis vorliegt. Also je nach Auflage der Zeitung und größte/Positionierung des Bildes kannste 50-100€ einfordern. Das ganze freundlich aber bestimmt, sollte keine Reaktion kommen, dann Einschreiben mit Rückschein und den Hinweis, dass du die Sache einem Anwalt übergeben wirst. Spätestens dann solltest du dein Geld bekommen.

  7. Stephan sagt:

    @torsten: Den Namen der Zeitung werde ich jetzt hier nicht nennen. Ich erwarte mir ja noch eine Antwort von denen, die ich nicht weiter beeinflussen will.

    @Horst: Das wäre eine gute Idee, wenn ich von der Zeitung nix mehr höre.

    Bis jetzt hatte ich nicht den Eindruck, dass die Zeitung die Blogs niederschreiben will. Ganz im Gegenteil die selbe Zeitung hat auch schon mal ein Thema aus meinem Blog aufgegriffen und anschliessend mit URL hierher verwiesen. Ich denke mal, diese spezielle Zeitung weiss noch nicht so genau, wie mit CC-Lizenzen umzugehen ist. Aber das Potential von Placeblogs in Form einer Bereicherung wird sie sicher erkannt haben.

  8. Anno sagt:

    Schick doch mal eine Rechnung zu dieser Zeitung. Darauf müssen sie antworten.

    Alles andere ist nur lieb nachfragen.

    Hier mal ne Preisliste einer großen Zeitung http://www.sz-online.de/wirueberuns/mediadaten/preisliste_print/download/PL16/PLkomplett.pdf.

    In die Richtung müsste Deine Rechnungssumme gehen.

    Anno

  9. torsten sagt:

    Das interessante an CC (und anderen Lizenzen) ist m.E. dass darin zwar rechtlich verklausuliert wird, was getan werden darf, es also nach einem juristischen Problem aussieht, aber Viele nicht raffen, dass CC auch eine soziale Praxis ist. Diese Praxis kann natürlich über Rechnungen, Anwaltsbriefe, Mahnungen ausgeübt werden, aber ist es das was man erreichen wollte, als man etwas unter CC lizensiert?

  10. Harald sagt:

    Schwierige Frage: Ist die Zeitung wirklich eineZeitung? Und wirklich komerziell?

    Ich selbe bin ViSdP bei einer Zeitschrift (www.dippolds-bote.de) die kostenlos an alle Haushalte meiner Heimatstadt verteilt wird. Der Druck und die Verteilung finanziert sich über Werbung und die Redaktion arbeitet vollständig ehrenamtlich (ohne jegliche Vergütung und ohne Ersatz der Auslagen) – ist diese Zeitschrift komerziell???

    Die “Dippser Stattzeitung” http://www.dippolds.info” wird ebenfalls von mir mit verantwortet. Alles ehrenamtlich – ohne jegliche Bezahlung. Nun machen wir ein klein wenig Werbung – für ortsansässige Firmen (aber auch kostenlos für Vereine und Veranstaltungen). Damit spielen können wir gerade mal das Hosting bezahlen, wenn es gut lauft – kommerzielle Zeitung???

    Sollte man schon richtig prüfen, aber eines ist Pflicht für den Nutzer – im Zweifel vorher anfragen – und auf jeden Fall auf Hinweise reagieren…

    • Selena sagt:

      Mr. J, as you suggest, it is damn hard to fgriue out what the “real,” total footprint is for a particular activity. The web may lead many people who would once have driven to campus to do research to no longer do so, or do so much less often.

  11. Stephan sagt:

    Ich kann ja Ross und Reiter nennen: Die Sächsische Zeitung hat ein Bild von Achim Weber, welches ich auf einer Demo gemacht hab, abgedruckt.

    Die Zeitung gehört einem Verlag, ein Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, vielleicht mit besonderem Geschmack. Hinzu kommt, dass die SZ Geld kostet.

  12. Pingback: Hinweis auf Medienradiopodcast über die Rhein-Zeitung | Umgebungsgedanken

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