Sensation: Goldman-Sachs-Mitarbeiter können Geld essen

Ein hoher Banker von Goldman-Sachs soll folgende Worte gesagt haben:

Banks, particulary private and listed institutions, do not have an obligation to promote the public good.

Ich übersetze das mal ganz frei: Wir Banken müssen nichts für das öffentliche Wohl tun.

Ich könnte auch ganz zynisch sein und folgende Kausalkette aufbauen:

Privatbank sieht sich nicht als Teil der Gemeinheit. Also lebt die Bank in ihrer eigenen Finanzwelt. Die Finanzwelt lebt vom und fürs Geld. Die Bankmitarbeiter arbeiten für und in dieser Finanzwelt. Weil die Finanzwelt so eigen ist, gibt es keinen Kontakt zur Realwelt. Ohne Kontakt zur Realwelt können die Finanzmarktangestellten nur Geld essen. Fassbare Dinge wie Äpfel oder Sauerkraut gibt es in diesem Finanzparalleluniversum nämlich nicht. qed.

Die kurze Alternative dazu: Banken dürfen die Gemeinheit zu schaden.

Schönes Wochenende!

PS: Im Übrigen verdient jeder von den ca. 29 000 Goldman-Sachs-Mitarbeitern mehr als 700 000 US$ pro Jahr. Die Zahl stand diese Woche in einer Zeitung.

PPS: Wird Zeit sich von der Finanzwelt abzukapseln, damit die Realwelt bei deren Crash keinen Schaden nimmt. :mrgreen:

Nachtrag: Ich will hier noch was Handfestes im Kontext bringen. Also wie wäre es mit einem Beitrag der SWr2-Aula?

[audio:http://mp3-download.swr.de/swr2/aula/wachstum-schafft-noch-keinen-wohlstand.6444m.mp3]
Dieser Beitrag wurde unter Lebensqualität abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

852 Antworten zu Sensation: Goldman-Sachs-Mitarbeiter können Geld essen

  1. torsten sagt:

    > Die kurze Alternative dazu: Banken dürfen die Gemeinheit zu schaden.

    abgesehen davon, dass ich in letzter Zeit beim Lesen Deiner Beiträge manchmal nicht weiß, was ein Fehler oder was Satire ist ( z.B. …dürfen die Gemeinheit zu schaden…), ist doch die Beschränkung auf den Eigennutz DAS liberale Mittel zum Glücke der gesamten Menschheit. Siehe Adam Smiths unsichtbare Hand (bzw. un-siehe, sie ist ja unsichtbar 😉 auf die sich die momentan dominant scheinende Ökonomie stützt. Die Banken schaden mit ihrem Eigennutz niemandem, sie helfen uns allen. Wirklich. Auch Dir und mir. Und jetzt: bitte mehr Eigennutz für Frieden und Fortschritt, äh Wachstum!

  2. Stephan sagt:

    Diese Unklarheit zwischen Fehler und Satire ist bewusst konstruiert. Die Fakten stehen ja klar in den Zeitungen. Und nur langweilige Kommentare schreiben macht ja auch kein Spaß. 😉

    Ich finde es schon krass, dass sich die Finanzindustrie selbst als eigenständige Industrie sieht. Dabei spielt das Geld als „Schmiermittel“ eine viel zu wichtige Rolle, als dass man damit Schindluder treiben darf.

  3. Pingback: Essen - Blog - 15 Jan 2010

Kommentare sind geschlossen.