Wertschöpfung aus Getreide

100 Kilogramm Getreide kosten zur Zeit zwischen 14 und 15 Euro, sagt der Vorsitzende des sächsischen Bauernverbandes (kostenpflichtiger Artikel bei sz-online.de).

Brötchen

Ein Bäckerbrötchen zu 90 Gramm kostet 35 Eurocent in Dresden.

Aus 100 Kilogramm Getreide kann man min. 1111 Brötchen herstellen und insgesamt ~ 389 € umsetzen. Ich habe das Brötchengewicht der Einfachheit halber mal als pures Mehlgewicht betrachtet.

Differenz: 389 € – 15 € = 374 €.

Die gehen an die Mühle, die Transporteure und den Bäcker.

Pumpernickel

Beim Discounter kosten 500 g Pumpernickel wohl ab 1 €. 100 Gramm Pumpernickel enthalten ~38 Gramm Wasser und geschätzt 2 Gramm Salz. Da bleiben 300 Gramm Getreide pro 500 Gramm Pumpernickel. Aus 100 Kilogramm Getreide kann man ungefähr 333 Pumpernickel zu 500 g backen. Das wären 333 € Umsatz. Es gibt auch Pumpernickel welches viel teurer ist.
Es stehen also 374 € Brötchenumsatz gegen 333 € (Industrie-)Pumpernickelumsatz. Ich hätte nicht gedacht, dass das so eng beieinander liegt.

Mein Brot

Wie sieht es beim selbstgebackenen Brot aus? Das Mehl erhalte ich frisch gemahlen von meinem Vater, der obigen Bauernpreis bezahlt hat. Salz kostet fast nix, Wasser ebenso. Bleibt der Strom für den Ofen und die Veredelungszutaten wie Körner aus dem Bioladen und Walnüsse aus dem Garten :mrgreen: der Familie. Meine groben Recherchen ergaben, dass meine Backröhre eine Nennleistung von 2,5 kW hat, die beim Backen zwischen 30-50 % der Backzeit gebraucht werden. Das wären also rund 2,5 kW * 75 min Backzeit * 40 % Heizzeit = 1,25 kWh. Eine Kilowattstunde kostet rund 20 Eurocent.

Mein 1000g(Mehl)-Durchschnittsbrot kostet also 25 Cent Strom und 15 Cent Mehl und rund 20 Minuten meiner Zuwendung. 40 Cent ist der Preis für mein Brot ohne Veredelung. Das Ergebnis sieht so aus:

brot_mit_glas

Habe ich mich da irgendwie verrechnet? 50 Cent (10 Cent Rundungsaufschlag) ist rund 4 mal billiger als ein Bäckerbrot, dessen Mehl zweifelhafte Frischequalität hat, von den fehlenden Schalenanteilen des Korns ganz zu schweigen.

Halsabschneider Bioladen

Ach ja: Bioläden sind Halsabschneider beim Getreide. Dort kostet das Kilogramm Weizen oder Roggen 95 Cent. D.h. dort liegt der Körnerumsatz bei 95 € pro 100 Kilo Getreide. Bleiben für den Bioladen und den Transport min. 80 € pro Doppelzentner Getreide. Das ist arg viel. Ich habe das Gefühl, da verdienen manche an Bio mehr als es gesund wäre.

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3 Responses to Wertschöpfung aus Getreide

  1. jensi sagt:

    jaja………abba jeder muss leben……(Miete,Nebenkosten,Gehalt),denn nichts ist umsonst……denn warum sind die Eier im Aldi 10 Cent günstiger als im Kaufland(und vergleich mal die Wurstpreise)………………oooooooooooooohhhhhhhhhhhhhhh—-

    grussi………………..

  2. Florian sagt:

    Interessante Rechnung… aber man zahlt nunmal für alle fertigen Produkte um einiges mehr als für die Bestandteile, sei es auch mit Nebenkosten wie Strom. Wenn man sich die Arbeitszeit „selber zahlt“, dann sieht die Rechnung wieder ganz anders aus.

  3. Stephan . sagt:

    Ja klar, doch manchmal fällt es schwer zu glauben, dass die „Nebenkosten“ so hoch sind.

    Selbst die zmp hat errechnet, dass Getreide für nur 8 Cent im Brot steckt.

    Letztlich kann ja jeder selber entscheiden, welches Brot er isst. Und ob er eine Vielzahl an Extraartikeln beim Bäcker mit querfinanziert.

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