Zusammenfassung von der Waldschlößchen- tunnelpräsentation von Dr. Peter Heinze

18.09 Uhr. Das Telefon klingelt, meine Mutter lässt mir ein Tip zukommen, dass um 19 Uhr im Lingnerschloss ein Vortrag für eine mögliche Tunnellösung am Waldschlößchen stattfindet. Die sieben Sachen geschnappt, mit den DVB gefahren und kurz vor 7 war ich am Wirtschaftsgebäude des Lingnerschlosses. Eintritt bezahlt (7 €) und in den kleinen aber schon fast vollen Vortragssaal getreten. Dort erspähe ich weit vorn den letzten freien Platz, den eine Frau wohl direkt vor mir geräumt hatte. Sie ging nach hinten. Viele alte Menschen sind da, fast gar keine jungen Leute (insgesamt vielleicht 120-140). Ich setzte mich und komme mit dem Herrn neben mir ins Gespräch. Er ist/war Mitglied des Dresdner Clubs (der Intelligenz), welcher zu DDR-Zeiten im Lingnerschloss residierte. Es wird voller und voller, am Ende platzt der Raum aus allen Nähten. Ein Quadratmeter bleibt dem Redner, der Rest ist mit Stühlen besetzt.

Der Vortragende ist Dr. Peter Heinze. Er ist rund 70 Jahre alt und Bauingenieur. Der Sein Vortrag beginnt wohl gegen 19.15 Uhr und legt in aller Deutlichkeit dar, wie man am Waldschlößchen und am blauen Wunder jeweils einen Tunnel bauen könnte. Er geht detailliert auf die Vorgeschichte einer Brückenquerung an dieser Stelle ein. Dann stellt er eine mögliche Bauweise dar und wie sie am Waldschlößchen angewendet würde. Zwischendurch gibt es ganz kurze Seitenhiebe in Richtung Politik. Nach gut 1,5 Stunden ist er mit dem ersten Teil durch und er geht auf Publikumsaufforderung direkt zum Blauen Wunder über, für das er ebenfalls Tunnellösungen 30 Minuten lang aus dem Ärmel zieht.

Am Ende gibt es noch kurze Diskussion, bei der ein einsamer Brückenbefürworter unter anderem Radfahrer vor seinen Karren spannen will, was direkt nach ihm jemand vom ADFC sehr übel nimmt. Der ADFC Dresden hat sich gegen eine Brücke dort ausgesprochen. Jemand vom Schifffahrtsamt spricht, ein Mensch vom Bau meint, dass Gelder bei Großprojekten nie reichen und sogar Dr. Peter Lames, Vorsitzender der SPD-Fraktion Dresden spricht. Dr. Heinze kritisiert auch die Medien. Es scheinen sehr viele Brückengegner anwesend zu sein. Dr. Heinze wird mehrmals aufgefordert, seinen Vortrag in einem großen Rahmen der weiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ich für meinen Teil habe 222 Bilder und 26 Videos gemacht. Ich habe so gut es geht die wichtigsten Folien in meine Digicam gebannt bzw. auch gefilmt. Die Bilder präsentiere ich euch, falls ich die Folien nicht bekomme. 2 Videos werde ich bei Youtube einbinden, von den restlichen ist nur der Audioteil interessant. Ich werde versuchen, euch so schnell es geht das Material mal genauer präsentieren. Womöglich kann ich sogar nächste Woche auch die Vortragsfolien mit Audiokommentar zum Download anbieten. Die öffentliche Diskussion um die Querung am Waldschlößchen hat soeben erst begonnen!

NACHTRAG:

Ich habe das Material erstmal hier veröffentlicht.

Zum Schluss noch die zwei Videos und 3 Bilder:

Dr. Heinze erklärt die Verkehrsführung. Achtet auf den springenden Kreis.
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=J37HXyxluZ4[/flash]

Dr. Heinze zeigt noch ein paar Beispiele von anderen Projekten in der in Dresden anwendbaren Bauweise. Der Auslöser für den Lacher: „Die Niederländer haben andere Fahrräder.“ Sorry für den Dreher. 😉 Ist mein erster Videocast.
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=0cp-MRXmwUI[/flash]

Dr. Lenk übergibt Dr. Heinze Blumen
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Und genau das hat Herr Dr. Heinze der Mehrheit der Anwensenden glaubhaft widerlegt.

Nachtrag 2: Es gibt zwei weitere Videovorträge von Dr. Heinze

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Russland dreht den Ölhahn zu – Aussagen und Meinungen dazu

Da unterbrechen die Weißrussen die Ölzufuhr aus Russland und schon haben die Medien etwas zu berichten. Ich gebe mal sinngemäß ein paar Stimmen wieder und schreibe direkt zu den Personen meine Meinung:

Bundeswirtschaftsminister Glos: Es ist unerträglich. Der Versorgungsschwerpunkt sollte nicht allein im Osten liegen. „…und der Tatsache, dass man immer mehr spürt, dass Energie sehr oft in unsicheren Regionen der Welt vorkommt, dass die erneuerbaren Energien nicht so rasch zur Verfügung stehen, zu bezahlbaren Preisen, dass man die Kernenergie als Übergangsenergie länger braucht.“

Es ist gut, dass das Thema Energie erlebbar (spürbar) wird. Je intensiver man etwas erlebt, desto bewusster werden manche Dinge wahrgenommen oder vielleicht auch unbewusst verdrängt. Ich habe aber das Bekenntnis zur nichtnuklearen Energieerzeugung (eigentlich Umwandlung) auf deutschem Boden vermisst. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er kleine geile Firmen (pdf) nicht mag, die dezentral die Verbraucher versorgen wollen. Genug Kompetenz und Wirtschaftskraft ist beim Exportweltmeister sicherlich vorhanden.

Bundeskanzlerin Merkel: Wir sollten mehr Energiesparen und die erneuerbaren Energiequellen stärker nutzen. Außerdem sollten wir uns die Folgen des Atomausstiegs ganz genau überlegen. Solche Vorfälle zerstören Vertrauen.

Ich würde schon gerne effizienter mit Energie umgehen, doch macht es mir die Wirtschaft teilweise zur Zeit recht schwer dies umzusetzen. Haushaltsgerätehersteller haben den Trend erkennt, überall findet man mehr oder weniger verlässliche Angaben zum Energieverbrauch und Energieeffizeinzklassen. Ansonsten gibt es ja noch den Energiepass für Wohnraum. Aber das war es dann schon. Warum hängen eigentlich keine standardisierten Energiepässe an allen verkauften Dingen? Egal ob mp3-Player oder Mikrowelle. Energie verbrauchen sie alle, allein durch ihre Herstellung. Es wäre eigentlich ein Verbrauchertraum sich für die energieeffizientesten Hersteller entscheiden zu können. Ich spare auch Energie, indem ich meinen (veralteten und auf 1 GHz runtergetakteten) PC abschalte wenn ich ihn nicht brauche, Fahrrad und ÖPNV nutze, nur kurz aber intensiv die Wohnung lüfte und regionale Produkte kaufe. Ach ja, „yellowcake“ (Grundlage von Kernenergiebrennelementen) muss auch aus endlichen Uranerzvorkommen hergestellt werden und eine Lösung für die Endlagerfrage haben die Kernenergiebefürworter bis heute nicht gefunden.

Guido Westerwelle: Es ist schade um die deutsche Spitzenkerntechnologie, wenn ihr Potential nicht weiter verfolgt wird. Ihre Abwicklung ist ein Fehler. Erpressbarkeit und Abhängigkeit werden in Energiefragen grösser.

Wer hindert die Uranerzförderländer daran, ihre Abnehmer zu erpressen? Wie können natürlich halb Deutschland umgraben, um wieder selber Uranerz zu fördern. Technologie ist fehleranfällig, es sei denn, man führt den Gegenbeweis. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass man den fehlerfreien Betrieb einen KKW formal beweisen kann (nicht nur die Codezeilen der Steuernungssoftware, sondern komplett alles). Vielleicht geht es ja doch, nachdem man den Menschen als potentiellen Fehlerfaktor aus der Beweisführung eliminiert? Wenn sie so viel Wert auf Freiheit legen, dann versorgen sie sich doch autark und gehen als Beispiel mit geschwollener Brust voran!

SPD: Wir wollen keine erneute Kernenergieförderung.

Die SPD war etwas unterbelichtet in der von mir ausschnittsweise beobachteten Medienlandschaft. Ich glaube aber, dass die SPD in der rot-grünen Regierungspersiode schon gelernt hat, dass es in Richtung Nachhaltigkeit gehen muss. Ex-Kanzler Schröder passt mit seiner Ostseepipeline für russisches Erdgas aber nicht so gut ins Bild. Immerhin meinte Sigmar Gabriel in Nairobi, dass Deutschland das Handlungsdilemma (Du oder Ich zuerst?) elegant umgeht, indem es den ersten Schritt macht.

EU-Kommission: Quelle für die 3 untenstehenden Absätze, ist die Webseite der EU-Komission, genauer, das Green-Energy-Paper (pdf in deutscher Sprache)

• Nachhaltigkeit: (i) Entwicklung wettbewerbsfähiger erneuerbarer Energiequellen und anderer Energiequellen und Energieträger mit niedrigem CO2-Ausstoß, vor allem alternativer Kraftstoffe, (ii) Begrenzung der Energienachfrage in Europa und (iii) führende Rolle bei den weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Verbesserung der örtlichen Luftqualität.

• Wettbewerbsfähigkeit: (i) Sicherstellen, dass die Energiemarktöffnung den Verbrauchern und der Wirtschaft insgesamt Vorteile bringt und gleichzeitig Förderung von Investitionen in die umweltfreundliche Energieerzeugung und in Energieeffizienz, (ii) Begrenzung der Auswirkungen höherer internationaler Energiepreise auf Wirtschaft und Bürger in der EU und (iii) Beibehaltung der europäischen Führungsposition im Bereich der Energietechnologien.

• Versorgungssicherheit: Lösungen für die steigende Abhängigkeit der EU von Energieimporten durch (i) einen integrierten Ansatz – Verringerung der Nachfrage, Diversifizierung des Energieträgermixes in der EU durch eine vermehrte Nutzung wettbewerbsfähiger einheimischer und erneuerbarer Energien und Diversifizierung der DE 21 DE Energieeinfuhrquellen und der -importwege, (ii) die Schaffung eines Rahmens, der angemessene Investitionen zur Bewältigung der wachsenden Energienachfrage fördert, (iii) eine bessere Ausstattung der EU mit Mitteln für die Bewältigung von Notfällen, (iv) die Verbesserung der Bedingungen für europäische Unternehmen, die Zugang zu globalen Ressourcen haben wollen und (v) die Gewährleistung, dass alle Bürger und Unternehmen Zugang zu Energie haben.

Deren Webseite ist ganz schön lahm. Das liegt vielleicht an der großen Meinungsvielfalt. Mir kommt da vieles schwammig, unpräzise und zu komplex vor. Aber vielleicht schafft es die EU in der Energiefrage noch positiv zu überraschen. Ich finde es gut, dass es freie Märkte geben soll. Aber eigentlich gibt es schon genug Freiheiten, wie die Energiedörfer zeigen. Nur was ist mit den großen europäischen Ballungszentren?

Putin: Er schließt die Drosselung der Ölförderung nicht aus. Er will eine Einigung per Verhandlung und hat eine gute Verhandlungsposition gegenüber Weißrussland. Gespräche sind wichtig.

Was soll er auch anders sagen? Er sitzt auf einem riesigen Land, wohl wissend dass man in sibirischen, bevölkerungsarmen Gegenden alles mögliche aus der Erde buddeln kann. Und selbst wenn die anderen Länder keine Energie mehr von ihm haben wollen, dann wollen sie was anderes von ihm. Erst wenn die anderen Länder vollständig auf „bio“ umgestellt sind, dann wird es ernst mit Russlands guter Verhandlungsposition. Aber die „neue Phase“ der Versorgung erlebt er vielleicht nur als Staatschef im Ruhestand. Wandel braucht ja bekanntlich Zeit.

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Einweihung des ZukunftsBildes des ZukunftsWerkes Stadt

Am 17. Januar findet nicht nur eine Podiumsdiskussion zu Waldschlößchenbrücke und Weltkulturerbe statt, es wird auch das ZukunftsBild Dresden enthüllt. Um 17 Uhr wird unter anderem Bürgermeister Lutz Vogel die Veranstaltung eröffnen.

Das ZukunftsBild ist ein 100-teiliges Sammelsurium, das in Form einer Installation im Lichthof des Dresdner Rathauses gezeigt (und dort wohl stehen bleiben) wird. Einer Jury wählte 100 Beiträge aus über 700 Einsendungen im Rahmen eines interdisziplinären Entwicklungsprozesses der ZukunftsWerk Stadt aus.

Wer nicht bis dahin warten will, kann das Zukunftsbild schon vorab auf der Internetseite von Dresden virtuell besichtigen. Einzig die Navigation ist etwas hakelig, da man nicht direkt von einem Beitrag zum nächsten navigieren kann. Auf den ersten Blick sind recht viel Kinderwerke dabei, manch anderer Beitrag ist hingegen mehrere Seiten lang.

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Vorschau auf der Internetseite des Zukunftsbildes

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Neuer Web Montag in Dresden?

Hallo Leser!

Es hat sich ja die nette (?) Veranstaltungsform des Web Montags etabliert und so gab es in Dresden schon zwei dieser Veranstaltungen (Juni & Juli 2006). Ich war dort (leider) nicht zugegen. Ich zitiere erstmal kurz die FAQ, was ein Web Montag ist.

Der Web Montag ist ein dezentral organisiertes, informelles Treffen zum Thema Web 2.0 (im weitesten Sinne), das Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Web-Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zusammenbringen möchte. Ziel des Web Montag ist zum einen eine bessere Vernetzung der Web 2.0-Szene in Deutschland sowie zum anderen eine Vertiefung des transatlantischen Ideenaustauschs (insbesondere zwischen Deutschland und Silicon Valley).

Man könnte also sagen, dass ein Web Montag die logische Fortsetzung des Weblog-socializing ins Nichtvirtuelle ist. Man trifft sich, quatscht und stellt sich gegenseitig etwas vor. Und das ganze in einer ungezwungen Atmosphäre. Und weil es auch in Dresden eine stattliche Zahl von Bloggern gibt, sollte man meinen, dass es vielleicht auch in DoubleD (DD) Bedarf nach einem regelmäßigen Web Montag gibt. Auf der anderen Seite, ist Martin Rölls Vortragsreihe „Noch mehr als drin sein: Besser leben mit dem Internet.“ nicht so gut im Tal der Ahnungslosen angekommen. Martin wollte da den Dresdnern Web 2.0 und so näher bringen. Leider waren nur sehr wenige (Fortgeschrittene) da. Nochmals vielen Dank an Martin für sein Engagement!
Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob in Dresden der Web Montag wiederbelebt werden kann. Dieser Beitrag ist quasi der zweite Versuch meinerseits, nachdem ein erster Terminvorschlag auf der Seite des Dresdner Web Montags nichts brachte. Mittlerweile steht dort ein zweiter Terminvorschlag meinerseits.

Also Blogger aus Dresden, habt ihr Lust euch mal (wieder) zu treffen? Vielleicht in der dritten Februarwoche?

(m)eine kleine Auswahl der Blogs aus/um Dresden:

Weitersagen!

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Podiumsdiskussion zur Waldschlößchenbrücke und zum Weltkulturerbe

Der Fachschaftsrat Verkehrswissenschaften der TU Dresden lädt zu einer Podiumsdiskussion über Waldschlößchenbrücke und Weltkulturerbe ein. Besonders die fachliche Vielfalt der Podiumsgäste klingt vielversprechend. Es kommen Professoren aus den Fachbereichen Verkehrsökologie, Massivbau, öffentliches Recht, Europa- und Völkerrecht, Städtebau und Straßenverkehrstechnik.

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